Geschickte Maschinen Roboter schwingen Schwerter und Bratenwender

Sie kämpfen mit dem Schwert, spielen Golf und braten Burger: Neue Roboter der Stanford University besitzen erstaunliche Fähigkeiten. Studenten haben die Maschinen innerhalb von nur dreieinhalb Wochen gebaut - und dabei handelsübliches Material benutzt.

Stanford University

Roboter werden zu den Alltagshelfern der Zukunft. In Asien übernehmen sie diese Rolle bereits mit atemberaubendem Tempo: In Verwaltungen und Krankenhäusern schieben sie Dienst, in Japans Museen und Kaufhäusern geben sie stets freundlich Auskunft, in Südkorea werden sie gar als interaktive Lehrer gepriesen. Auch hierzulande sind sie als vollautomatische Staubsauger, Rasenmäher und Bibliothekarsgehilfen unterwegs.

Jetzt haben Studenten der renommierten Stanford University Robotern ein paar neue Tricks beigebracht - etwa wie man Burger brät, Golf spielt oder mit dem Schwert kämpft. In nur dreieinhalb Wochen ist es den Studenten nach Angaben ihres Professors Oussama Khatib gelungen, die Maschinen komplett zu entwickeln und zu bauen.

Für den Roboter-Schwertkämpfer haben sie auf bereits existierende Standard-Technologie zurückgegriffen, in diesem Fall auf einen Roboterarm des deutschen Herstellers Kuka und den "Kinect"-Sensor aus Microsofts Spielkonsole Xbox, der Objekte im dreidimensionalen Raum erkennen kann. Ganz wie ein echter Schwertkämpfer kann "JediBot" - benannt nach den Lichtschwerter schwingenden Jedi-Rittern aus "Krieg der Sterne" - offensiv und defensiv vorgehen. Mit einer Reihe programmierter Bewegungen greift er an. Jedes Mal, wenn sein Schwert das seines menschlichen Gegners trifft, zieht er seine Waffe zurück, um dann sofort eine neue Attacke zu starten.

Schwieriger war es nach Angaben der Projektteilnehmer, dem Roboter auch die Verteidigung beizubringen - denn dafür muss er erkennen, was sein menschliches Gegenüber tut. "Der Roboter muss die menschliche Hand orten und davon abhängig seine nächste Bewegung planen - und zwar in Echtzeit", erklärt Khatib.

Hier kam der "Kinect"-Sensor ins Spiel. "Wir haben das Farbbild genommen, um das Schwert vom Hintergrund zu isolieren", sagt Ken Oslund, einer der Studenten. Geholfen hat dabei das Aussehen des Schwerts, das wie in "Star Wars" knallgrün leuchtete. Solang im Hintergrund kein Grün vorhanden ist, kann der "JediBot" erkennen, was sein Gegner mit dem Schwert anstellt - und den Angriff parieren. "Es ist echt cool, zu sehen, wie das, was man lange programmiert hat, auf physischer Hardware läuft", sagt Oslund.

Nebenbei haben die Studenten auch weitere Roboter gebaut. Sie konnten Golf spielen, fotografieren und Burger braten - "weil seine Erschaffer immer hungrig waren", wie es in einer Mitteilung der Universität heißt. Auch dieses Projekt verlief erstaunlich erfolgreich: "RoboCook" schwang gekonnt den Bratenwender - und produzierte goldbraune Fleischklöpse.

mbe



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