Heinrich Hertz Der Urvater des Radios

Vor genau 155 Jahren, am 22. Februar 1857, wurde Heinrich Rudolf Hertz in Hamburg geboren. Er gilt als einer der bedeutendsten deutschen Physiker - die von ihm entdeckten Wellen bilden eine der Grundlagen der Funktechnik. Er wurde nur 36 Jahre alt.

DPA

Hamburg - Der Hamburger Fernsehturm, diverse Gymnasien, Grundschulen und Forschungsinstitute sind nach ihm benannt - und natürlich die von ihm entdeckten elektromagnetischen Wellen, eine der Grundlagen der Funktechnik. Heinrich Rudolf Hertz, der am 22. Februar 1857 in Hamburg geboren wurde, gilt als einer der bedeutendsten deutschen Physiker. Zum 155. Geburtstag widmet Google dem Wissenschaftler jetzt ein animiertes Wellen-Doodle, also eine Art Themenseite.

Der Entdecker der elektromagnetischen Wellen wies nach, dass sich diese auf die gleiche Art und mit der gleichen Geschwindigkeit ausbreiten wie Lichtwellen. Sein Nachweis des Einflusses ultravioletten Lichts auf die elektrische Entladung (1887) führte zur Entdeckung des äußeren lichtelektrischen Effekts. Im Jahr 1892 beobachte Hertz dann den Durchgang von Kathodenstrahlen durch dünne Metallschichten - ein wichtiger Hinweis dafür, dass die Materie zum großen Teil aus leerem Raum besteht.

Ebenfalls von Hertz stammt die exakte Definition der Härte. Seine letzte große Arbeit, die "Prinzipien der Mechanik" enthält Ideen, die sich später auch bei Einstein in seiner Lichtquantenhypothese wiederfinden.

Hertz brach Studium ab

Heinrich Hertz entstammte einer wohlhabenden Familie. Sein Vater war Rechtsanwalt, Richter und später Senator der Hamburger Justizverwaltung. Seine Mutter war Tochter eines Garnisonsarztes. Heinrich Hertz hatte vier Geschwister, drei Brüder und eine Schwester.

Nach dem Abitur begann Hertz zunächst ein Ingenieurstudium in Dresden. Nach einem Semester brach er das aber ab, da ihn allein die Mathematik begeisterte. Hertz wechselte nach München, wo er sich für Physik und Mathematik einschrieb, fortgesetzt hat er seine Studien dann in Berlin. Mit 23 Jahren promovierte Hertz über die Rotation von Metallkugeln in einem Magnetfeld.

Nach dem Studium arbeitete er für zwei Jahre als Forschungs- und Vorlesungsassistent für den bekannten Wissenschaftler Hermann von Helmholtz in Berlin. Ab 1889 war er dann Professor für Physik an der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Berufungen nach Berlin, Gießen und Amerika hatte er abgelehnt.

Heinrich Hertz litt an Wegener-Granulomatose, eine seltene Krankheit, die durch Entzündungen der Gefäße gekennzeichnet ist. Nach zweijährigem Leiden starb er im Alter von nur 36 Jahren. Er ist auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg begraben.

nik

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