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Weltraum-WG Russland untersucht ISS auf Mängel

Kann die Internationale Raumstation doch noch länger im All bleiben als geplant? Russische Konstrukteure checken den Außenposten der Menschheit nun durch.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Russland untersucht die Internationale Raumstation ISS in den kommenden Monaten auf technische Mängel. Dies sei notwendig, wenn die ISS länger als bislang geplant im All bleiben sollte, sagte Jewgeni Mikrin, einer der russischen Chefkonstrukteure. Die Untersuchung habe bereits begonnen. Im Sommer sollen die Ergebnisse vorliegen.

Die ISS befindet sich seit mehr als 20 Jahren im All, sie wird oft als Außenposten der Menschheit bezeichnet. Eigentlich sollten nur noch bis zum Jahr 2024 Raumfahrer zur ISS aufbrechen, doch es gibt Pläne, die Raumstation noch sechs weitere Jahre zu betreiben, also bis zum Jahr 2030. Die aktuellen Untersuchungen sollen klären, ob das möglich sein wird.

Loch, Rost, Kollisionen

Derzeit leben und arbeiten sechs Raumfahrer auf der ISS.

Immer wieder hatte es Probleme mit der in die Jahre gekommenen Weltraum-WG gegeben. 2018 wurde ein kleines Loch an einer angedockten russischen Sojus-Kapsel entdeckt. Zuletzt warnten russische Wissenschaftler vor potenziellen Roststellen an der Raumstation.

Seit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 2000 drohten der ISS zudem mehrfach Kollisionen im All. Angesichts der hohen Geschwindigkeiten in der Umlaufbahn in gut 400 Kilometern Höhe könnte selbst der Einschlag eines nur wenige Millimeter großen Stückchens Weltraummüll in der Außenhaut der ISS verheerende Folgen haben.

Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, den Zustand der ISS prüfen zu wollen.

koe/dpa