Neues Verteidigungssystem Israel will sich mit Lasern vor Raketen schützen

Bisher verteidigt sich Israel mit dem »Iron Dome«-System vor Raketenangriffen. Schon bald sollen mächtige Laser die Aufgabe übernehmen.
Das bisherige »Iron Dome«-System bei einem Einsatz

Das bisherige »Iron Dome«-System bei einem Einsatz

Foto: AMIR COHEN/ REUTERS

Seit mehr als zehn Jahren hilft das Raketenabwehrsystem »Iron Dome« dabei, die Sicherheit Israels zu gewährleisten. Nach Angaben des Militärs ist es im Zusammenspiel mit anderen Verteidigungslösungen dabei ausgesprochen erfolgreich. In vier Kriegen gegen militante Gruppen im Gazastreifen seien etwa 90 Prozent der anfliegenden Raketen abgefangen worden. Dabei habe die Hamas allein im vergangenen Mai mehr als 4000 Raketen auf Israel abgefeuert.

Doch bei aller Wirksamkeit ist das Abwehrsystem der Regierung zu teuer. Ein Schuss kostet viele Zehntausend Dollar, auch weil bei Abfangversuchen normalerweise mehrere Projektile abgefeuert werden. Ein Teil der Kosten wird von den USA übernommen, darüber gab es zuletzt aber Diskussionen .

Seit einiger Zeit arbeitet Israel an einer neuen, zusätzlichen Lösung, die auf Lasertechnik basiert. Premierminister Naftali Bennett hat darüber am Dienstag auf einer Konferenz am Institut für nationale Sicherheitsstudien der Universität Tel Aviv gesprochen. Ursprünglich sollte die »Laserwand« ab 2025 einsatzbereit sein, doch nun erklärte Bennett, das System solle bereits innerhalb eines Jahres im Süden Israels eingeführt werden. Über die Wirksamkeit der Technologie ist bisher aber nur wenig bekannt.

Bennett sagte, aktuell könne jemand im Gazastreifen für ein paar Hundert Dollar eine Rakete auf Israel abfeuern, aber es koste Zehntausende von Dollar, sie abzufangen. Das neue System werde »die wirtschaftliche Gleichung umkehren; sie werden viel investieren, und wir werden wenig investieren«, sagte Bennett.

Wenn es möglich sei, eine Rakete mit einem elektrischen Impuls abzufangen, der nur ein paar Dollar koste, habe man »den Feuerring, den Iran an unseren Grenzen errichtet hat, zunichtegemacht«, so Bennett weiter. Die neue Generation der Luftabwehr könne auch Israels »Freunden in der Region dienen«.

Auch fliegende Laserwaffe getestet

Israel hatte erste Geräte des »Iron Beam«-Lasersystems vom Verteidigungsunternehmen Rafael Advanced Defense Systems, das auch für den »Iron Dome« verantwortlich ist, im Februar 2014 auf der Singapore Air Show vorgestellt . Dabei werden jeweils zwei Festkörperlaser verwendet, die aktuell eine Reichweite von einigen Kilometern haben. Im Ziel werden sie den Angaben zufolge auf eine Fläche von der Größe einer Münze fokussiert. Innerhalb von vier bis fünf Sekunden werde der Flugkörper so zerstört.

Im Jahr 2020 berichtete  die Firma dann von Tests des laserbasierten »Drone Dome«-Systems, das sich gezielt gegen Drohnen richtet.

Wolken, Rauch oder andere Wetterbedingungen können allerdings zum Problem des Lasersystems werden. Aber auch dafür gibt es eine mögliche Lösung: Im vergangenen Jahr hatte das israelische Verteidigungsministerium den erfolgreichen Test einer luftgestützten Laserwaffe gegen anfliegende Drohnen vermeldet. Dafür musste das Gerät der Firma Elbit Systems allerdings direkt über dem Ziel positioniert werden. Dir Reichweite betrug bis zu einem Kilometer, hieß es.

Zum Vergleich: Die Reichweite des – teuren – »Iron Dome« liegt bei bis zu 70 Kilometern.

chs/AP
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