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Waffentechnik Russischer Kampfroboter für den Rucksack

Ein russischer Waffenhersteller hat einen Kampfroboter entwickelt, der in einen Rucksack passen soll. Das Gerät könnte Soldaten im Kampf gegen Terroristen unterstützen - doch Einsätze dieser Art sind umstritten.

Sie werden geschaffen, um zu töten. Kampfroboter, in Form von Fahrzeugen oder Drohnen, sind längst in Kriegsgebieten unterwegs. In der Regel werden die Geräte ferngesteuert - bislang. Erst im Juli hatten mehr als tausend Experten in einem offenen Brief vor autonomen Waffensystemen gewarnt, die selbst entscheiden können, wann sie abdrücken. Unter den Kritikern war auch Stephen Hawking.

Vereinzelt gibt es schon Roboter, die selbstständig agieren. So kann etwa die israelische "Harpy"-Drohne feindliche Radarstellungen erfassen und selbstständig angreifen. Das Fluggerät wird auch von der Türkei, China, Südkorea, Chile und Indien genutzt. Südkorea hat an der Grenze zu Nordkorea stationäre Roboter installiert, die ferngesteuert werden, aber Feinde offenbar auch automatisch erkennen und bekämpfen können.

Die russische Firma KBIS hat nun einen Roboter entwickelt, der besonders klein und leicht ist. Sie wirbt damit, dass das Gerät in einen Rucksack passt und damit vergleichsweise einfach transportiert werden kann. Der 23 Kilogramm schwere Roboter trägt den Namen "RS1A3 Minirex".

Gelände erkunden, im Kampf unterstützen

Im Werbevideo arbeitet sich Minirex, von rockiger Musik begleitet, durch Gelände und Häuser. Die Darstellung lässt einen leicht vergessen, dass eine tödliche Waffe gezeigt wird und nicht etwa Aufnahmen aus einem Videospiel. Derzeit wird das Gerät noch ferngesteuert, allerdings ist der Übergang zu autonomen Waffen oft fließend - eine klare Definition gibt es nicht.

Der Hersteller sieht seinen Roboter im Einsatz auf Geländeerkundungen, aber auch bei Anti-Terror-Missionen als Feuerunterstützung an der Front oder zur Absicherung bei Polizeieinsätzen in Städten. Bislang erscheint Minirex freilich nur bedingt einsatzbereit. Der Roboter bewegt sich eher unbeholfen und zudem langsam. Er wäre wohl eine leichte Beute für erfahrene Scharfschützen.

Längst nicht alle Experten sind sich darüber einig, ob autonome Kampfroboter ein Problem im Kriegseinsatz darstellen. Mancher argumentiert, die Maschinen könnten in manchen Situationen möglicherweise ethischer handeln als ein Mensch, der von Hass, Rachsucht oder Angst erfüllt auf den Abzug drückt.

Die Gegner führen an, ein Roboter handle ohne Mitgefühl und ihm fehle die Fähigkeit, flexibel auf Veränderungen zu reagieren und angemessen zu handeln. In dem offenen Brief aus dem Juli hatten Experten vor einer Zukunft gewarnt, in der autonome Waffensysteme so allgegenwärtig sein könnten wie heute Kalaschnikow-Sturmgewehre, auch, weil sie sich vergleichsweise leicht herstellen lassen - zum Teil aus Komponenten, die man einfach online bestellen kann.

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