Maschinen-Butler Japan plant Roboter-Revolution

Die Wirtschaft in Japan lahmt - nun sollen's die Roboter richten. Die Regierung in Tokio will immer mehr Blechkameraden für einfache Arbeiten in Restaurants, Haushalten und Pflegeheimen einsetzen. Roboter sollen so die Wirtschaft ankurbeln.
Nichts verschütten: Roboter Asimo bei einer Vorführung (Archivbild)

Nichts verschütten: Roboter Asimo bei einer Vorführung (Archivbild)

Foto: Toru Hanai/ REUTERS

Tokio - Japan will den Markt für Roboter massiv ausbauen. Roboter sollen nicht mehr nur vorrangig in der Industrie wie der Autoproduktion eingesetzt werden, sondern künftig verstärkt auch in traditionellen japanischen Gasthäusern, Hotels, Lieferdiensten, dem Pflegesektor und anderen Dienstleistungsbereichen arbeiten. So hieß es am Donnerstag beim ersten Treffen eines neuen Regierungsausschusses zur "Verwirklichung einer Roboter-Revolution".

Dass Menschen simple und harte Arbeiten selbst verrichteten, trage zum Arbeitskräftemangel bei und verhindere eine Erhöhung der Produktivität, sagte Ministerpräsident Shinzo Abe laut der Nachrichtenagentur Jiji Press.

Ziel seiner neuen Wachstumsstrategie ist es, den Markt für Industrieroboter bis 2020 auf 1,2 Billionen Yen (9 Milliarden Euro) zu verdoppeln. Der Markt für Dienstleistungsroboter soll im gleichen Zeitraum um das 20-fache auf ebenfalls 1,2 Billionen Yen wachsen. Auf diese Weise sollen Roboter zu einem wichtigen Antriebsmotor zur Belebung der Wirtschaft des Landes werden.

Das Vorhaben einer "Roboter-Revolution" ist nicht wirklich neu für Japan. Die Begeisterung für Blechkameraden ist wohl in kaum einem Land größer. Vor allem bei der Pflege alter Menschen sollen Maschinenwesen künftig helfen - etwa als Spielkamerad. Legendär sind die Auftritte von Asimo, einem vom Autohersteller Honda entwickelten humanoiden Roboter , der rennen und Treppen hochsteigen kann. Populär war auch Aibo, Sonys Roboterhund, der sich allerdings nicht zuletzt wegen seines hohen Preises schlecht verkaufte.

Die Preise für Spielzeugroboter sind inzwischen stark gesunken - und mit Pepper wird es bald auch einen halbwegs erschwinglichen Haushaltsroboter aus Japan geben. Der 1,20 Meter große Helfer soll im Februar auf den Markt kommen - und ab Sommer 2015 auch die USA erobern. Preis: 1400 Euro. Zur Aufheiterung seiner Besitzer kann er tanzen oder Witze erzählen. Außerdem soll der Roboter in der Lage sein, die Stimmungslage von Menschen zu erkennen. Dabei hilft ihm ein Lasersensor, der seinen Strom wie die restliche Konstruktion aus einem Akku mit zwölf Stunden Kapazität zieht.

hda/dpa
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