Junkers Ju 87 in der Ostsee Taucher finden Knochen in Stuka-Wrack

Eines der Rätsel um den Sturzkampfbomber in der Ostsee ist gelöst: Das Flugzeug hat im Zweiten Weltkrieg zumindest ein Besatzungsmitglied in den Tod gerissen. Taucher haben jetzt erstmals Knochen in dem Wrack gefunden.

AP

Sassnitz - Bei der Bergung eines im Zweiten Weltkrieg in die Ostsee gestürzten Sturzkampfbombers sind Taucher am Mittwoch erstmals auf menschliche Überreste gestoßen. Im Cockpit des in 18 Metern Tiefe liegenden Wracks einer Junkers Ju 87 haben sie einen Knochen gefunden, den ein Taucherarztgehilfe inzwischen als Oberschenkelknochen identifiziert hat, wie Bundeswehrsprecher Sebastian Bangert bestätigte.

Die Suche wurde daraufhin zunächst eingestellt. Ein Umbetter des Volksbundes für Kriegsgräberfürsorge wurde über den Fund informiert, um die Bestattung vorzubereiten.

Man habe mit großer Wahrscheinlichkeit die menschlichen Überreste des Piloten oder Copiloten entdeckt, sagte Bangert. Der Fund lege nahe, dass die Besatzung seinerzeit bei dem Absturz oder der Notwasserung ums Leben gekommen sei. Der Verdacht war aufgekommen, als der erste persönliche Gegenstand der Besatzung - ein sogenanntes Kappmesser - gefunden wurde.

"Wir werden am Donnerstag die Untersuchungen am Wrack vorsichtig fortsetzen und hoffen, auch die Erkennungsmarken der Männer zu finden", sagte Bangert. Anhand der üblichen persönlichen Metallmarken könne die Identität der Opfer festgestellt werden. Dann könnten möglicherweise auch deren Angehörige ausgemacht werden.

Tragflächen-Bergung verzögert sich weiter

Darüber hinaus bargen die Experten am Mittwoch weitere Kleinteile des Sturzkampfflugzeugs (Stuka), darunter eine leere Munitionskiste, Teile der Cockpitfenster sowie weitere Armaturen. Dagegen verzögert sich die Hebung des vermutlich größten, noch komplett existierenden Flugzeugteils. Die rechte, fast neun Meter lange und mehr als zwei Tonnen schwere Tragfläche soll nun am Donnerstag aus der Tiefe geholt werden. Die gesamte Bergungsaktion, die vor einer Woche begonnen hatte, wurde um einen Tag verlängert und soll voraussichtlich am Freitag abgeschlossen werden.

Die Reste des Wracks sollen zum Museumsflugplatz des Militärhistorischen Museums Dresden in Berlin Gatow gebracht und dort für eine Ausstellung restauriert werden. Militärexperten schätzen den Fund, da von den ursprünglich rund 5.700 gebauten Stukas heute weltweit nur noch zwei weitgehend komplett erhaltene Maschinen in Museen in Chicago und London existieren.

mbe/dapd



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Seite 1
e-cdg 14.06.2012
1. qed
Zitat von sysopDPAEines der Rätsel um den Sturzkampfbomber in der Ostsee ist gelöst: Das Flugzeug hat im Zweiten Weltkrieg zumindest ein Besatzungsmitglied in den Tod gerissen. Taucher haben jetzt erstmals Knochen in dem Wrack gefunden. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,838807,00.html
Der Untergang geschah aus menschlichem Größenwahn und naivem Vertrauen auf die Unfehlbarkeit der Technik. Aber so wie es heute aussieht, hat der Mensch nichts aus dieser Katastrophe gelernt.
west120 14.06.2012
2. Kleiner Hinweis
Die Ju 87 hatte keine 2 Piloten !!! Sie hatte 2 Besatzungsmitglieder. 1 Pilot und 1 Bordschütze/Funker. Oder glaubt SPON die JU87 konnte rückwärts fliegen ???? der Bordschutze saß entgegen der Flugrichtung.
ctrlaltdel 14.06.2012
3. Die Spannweite
Zitat von sysopDPAEines der Rätsel um den Sturzkampfbomber in der Ostsee ist gelöst: Das Flugzeug hat im Zweiten Weltkrieg zumindest ein Besatzungsmitglied in den Tod gerissen. Taucher haben jetzt erstmals Knochen in dem Wrack gefunden. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,838807,00.html
von dem Flieger ist 15 Meter, also kann eine FlügelHÄLFTE nicht 9 Meter lang sein.
peddersen 14.06.2012
4.
Zitat von e-cdgDer Untergang geschah aus menschlichem Größenwahn und naivem Vertrauen auf die Unfehlbarkeit der Technik. Aber so wie es heute aussieht, hat der Mensch nichts aus dieser Katastrophe gelernt.
Ehrlich gesagt kapiere ich jetzt hier kein Wort. Der Größenwahn, mit einem "Gerät schwerer als Luft" zu fliegen? Das Vertrauen in die Unfehlbahrkeit der Technik im Bezug auf "auf dem Wasser landen können" . Was meinen Sie genau? Ich glaube nicht, daß die damaligen Piloten irgendeiner Selbsttäuschung unterlagen in Bezug auf die Grenzen der Leistungsfähigkeit ihrer Maschinen. Aber wahrscheinlich sind Sie nur im Thema verrutscht.
quark@mailinator.com 14.06.2012
5. Was soll das nur :-( ???
Ich bin selbst sehr interessiert an Allem, was mit der Luftfahrt zu tun hat. Mein Vater war Pilot, etc. ... Aber : Jeder Euro, der hier in die Suche und Restauration dieser erbärmlichen Tötungsmaschine investiert wird, wäre 1000x besser für irgendetwas Menschenfreundliches zu nutzen. Egal was. Gerade die Ju 87 ist weder vom Technischen noch vom Historischen her wert, in Erinnerung zu bleiben, abgesehen von der ewigen Schande, die mit ihr erbracht wurde. Die jetzigen Bemühungen versuchen, die Maschine unabhängig von ihrer historischen Rolle zu behandeln, was nicht gelingen kann. Allein der Anblick ihrer Form und des Kreuzes ist eine Provokation. Das SPON dies so breittritt ohne auf jeder Seite zu schreiben, für wieviele tausend Tote das Ding mitverantwortlich ist, zeigt mal wieder, wie flach dieses Medium ist :-(.
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