Militärtechnologie Chinas Tarnkappen-Kampfjet hebt ab

China rüstet auf, jetzt hat die Regierung Testflüge eines Tarnkappen-Jets bestätigt. Die Stealth-Maschine machte ihren Jungfernflug, während US-Verteidigungsminister Gates die Volksrepublik besuchte. Offen ist allerdings, wann das Flugzeug wirklich einsatzfähig ist.

REUTERS/ Kyodo

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Peking - Chinas militärtechnologische Aufholjagd geht mit enormem Tempo voran: Erst vor wenigen Tagen tauchten Fotos eines Kampfflugzeugs auf, das offenbar Stealth-Eigenschaften besitzt und vom Radar des Gegners nur äußerst schwierig zu orten wäre - wenn überhaupt. Jetzt hat die chinesische Regierung nicht nur die Existenz des Jets mit der Bezeichnung J-20 bestätigt, sondern auch, dass er bereits zu Testzwecken geflogen ist.

Das habe Chinas Präsident Hu Jintao ihm gegenüber persönlich bestätigt, sagte US-Verteidigungsminister Robert Gates am Dienstag in Peking. "Ich habe Präsident Hu direkt gefragt, und er sagte, dass der Test absolut nichts mit meinem Besuch zu tun hat und bereits lange vorher geplant war", erklärte Gates vor Journalisten.

Ob das stimmt, ist allerdings fraglich. Fotos des Jets auf einem Flugfeld in der Stadt Chengdu kursieren seit einigen Tagen in großer Zahl im chinesischen Internet - was ohne die stillschweigende Zustimmung der Regierung kaum möglich wäre. Auch ist das Flugfeld von allen Seiten einzusehen - die Rollbahntests kamen deshalb einer öffentlichen Vorführung gleich. Wenig später zeigte die chinesische "Global Times" auf ihrer Website Fotos von der J-20 im Flug.

Rätselraten über Einsatzprofil

In ersten Analysen zeigten sich westliche Experten überrascht von den Ausmaßen der J-20. Sie ließen darauf schließen, dass der zweistrahlige Jet für große Reichweiten und eine große Waffenlast konstruiert sei. Möglicherweise könne es die J-20, wenn sie denn serienreif ist, mit der amerikanischen F-22 "Raptor" aufnehmen und der kleineren, billigeren und einstrahligen F-35 "Joint Strike Fighter" gar überlegen sein.

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Chinas Militär: Modernisierung im Eiltempo
Die J-20 wirkt wie ein weiteres Puzzlestück in Chinas Strategie, den USA den Zugang zum strategisch wichtigen Westpazifik zu erschweren oder gar unmöglich zu machen - eine Gefahr, vor der auch US-Verteidigungsminister Gates bereits mehrfach gewarnt hat. Carlo Kopp und Peter Goon vom Think-Tank "Air Power Australia" etwa halten die J-20 für einen schweren Abfangjäger, der im Fall eines Konflikts tief in amerikanisch kontrolliertes Gebiet eindringen und die fliegenden Kommandozentralen und Tankflugzeuge der US-Streitkräfte abschießen könnte.

Andere Fachleute halten die J-20 eher für einen Bomber. Sie begründen das mit der Form des Flugzeugs: Die schmale Nase und die trapezförmigen Lufteinlässe der Triebwerke bedeuteten, dass der Jet vor allem von vorne die besten Stealth-Eigenschaften aufweise. Das lasse darauf schließen, dass er für den Angriff auf feststehende Ziele konzipiert sei. Der US-Militärblogger David Axe wiederum hält weder die Abfangjäger- noch die Bomberthese für richtig. Er weist auf die sogenannten Entenflügel an der Front der J-20 hin. Sie verbesserten die Flugeigenschaften, verstärkten aber das Radar-Echo. Deshalb sei die J-20 vor allem für Bodenangriffe entlang Chinas Grenzen gedacht - und damit auch für Taiwan gefährlich.

J-20 womöglich erst in Jahren einsatzfähig

Offen ist allerdings, wann die J-20 den Status des Prototypen hinter sich lassen wird. So gilt es als ausgemacht, dass China noch keine eigenen Triebwerke produzieren kann, die zuverlässig und stark genug für ein Flugzeug wie die J-20 sind. Der Prototyp wird vermutlich von russischen Triebwerken des Typs AL-31F angetrieben, die bereits in anderen chinesischen Kampfflugzeugen eingebaut sind.

Für die große und schwere J-20 sei das AL-31F aber wahrscheinlich nicht stark genug, wie etwa Carlo Kopp und Peter Goon schreiben. So sei sowohl für die amerikanischen Stealth-Jets F-22 und F-35 als auch für die russische Suchoi T-50 die Konstruktion spezieller Triebwerke notwendig gewesen. Das gelte wohl auch für die J-20, glauben Kopp und Goon. Bis die Chinesen aber einen solchen Motor entwickelt hätten, könnten Jahre ins Land gehen - insbesondere angesichts der Tatsache, dass bei einem Stealth-Flugzeug ganz besondere Anforderungen gelten, soll es seine Tarn-Eigenschaften nicht verlieren.

Mit den Triebwerken ist es keinesfalls getan. Richard Aboulafia von der US-amerikanischen Teal Group sagte dem Online-Nachrichtendienst Defense Tech, dass ein modernes Kampfflugzeug mindestens elf Systeme benötigt, um effektiv zu funktionieren - darunter eine gute technische Infrastruktur, präzise Waffen, ein fortgeschrittenes Radar und Flugzeuge zur Betankung in der Luft. Nur von einem dieser elf Teile sei bekannt, dass China ihn bereits besitze: das Flugzeug selbst, abzüglich der Triebwerke. Deshalb warnen manche Experten davor, die Bedeutung der J-20 zum jetzigen Zeitpunkt zu überschätzen. US-Vizeadmiral David Dorsett etwa, Chef des Marine-Geheimdienstes Office of Naval Intelligence, gab sich unbeeindruckt von Chinas Erfolgsmeldungen: Die Einsatzfähigkeit der J-20 liege noch Jahre in der Zukunft.

Allerdings ist der Prototyp der J-20 bei weitem nicht das Einzige, das kürzlich über Pekings Fortschritte bei der Modernisierung seiner Streitkräfte bekannt wurde. Ende Dezember sorgte Admiral Robert Willard, Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte im Pazifik, mit einer Warnung vor einer neuen Rakete für Schlagzeilen: China habe ein ballistisches Geschoss entwickelt, das amerikanische Flugzeugträger versenken könne.

Ebenfalls zum Jahresende tauchten erneute Berichte über Chinas Flugzeugträger auf. Dass Peking den in den achtziger Jahren nicht fertiggestellten russischen Träger "Warjag" gekauft und mit dessen Ausrüstung begonnen hat, ist bereits bekannt. Doch Ende Dezember meldete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf ranghohe chinesische Beamte, dass der 300 Meter lange Koloss schon 2011 einsatzfähig sein könnte - ein Jahr früher, als US-Militärs erwartet hatten.

Mit Material von Reuters

insgesamt 102 Beiträge
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Seite 1
Beobachter Ost 11.01.2011
1. abgekupfert
So wie fast alles, abgekupfert , von den Russen bekommen und modifiziert etc..........
nightfly_cgn 11.01.2011
2. chinesen
da die chinesen kurz ueber lang die weltherrschaft uebernehmen, ist es klar, dass sie diese auch verteidigen muessen......und sich bereits jetzt gut dafuer aus-/ aufruesten. man sollte meinen, wir menschen sind im umgang miteinander keinen schritt weiter gekommen. nuja, steht alles schon in der bibel......ganz hinten..... offenbarung. dann wundert dich nix mehr.... lg joerg (fuer jeden tag frieden dankbar)
nairobi 11.01.2011
3. Es sieht aus wie ...
Es sieht aus wie etwas. Kennen wir doch schon aus China. Allerdings selten erreichen solche Produkte auch nur annähernd die Qualitäten des Originals. Warum sollte es bei der J-20 anders sein? Im übrigen finde ich, sie sieht der Su-50 ähnlicher als der F22. Ich glaube nicht, dass sie auf einem Niveau mit der F22 kommt, so wenig wie die J-10 die Leistungsfähigkeit eines Eurofighters hat. Nicht von ungefähr kauft China immer noch reichlich bei Suchoi ein. Aber eine andere Qualität, als früher ist das schon.
seine_unermesslichkeit 11.01.2011
4. ...
Bei den Chinesen ist es wie bei den Russen, wenn es sich um Waffen dreht. Viel Propaganda und taugt wenig. In den letzten Jahrzehnten wurden bei militärischen Konflikten weitaus mehr Kampfflugzeuge russischer Bauart von Kampfflugzeugen amerikanischer Bauart abgeschossen als umgekehrt. Die Waffenelektronik russischer wie chinesischer Modelle ist amerikanischer Militär-Elektronik weit unterlegen!
Terrorkater 11.01.2011
5. Besser gut geklaut...
als teuer selbst entwickelt. Die Chinesen sollen angeblich die Teile des damals von den Serben abgeschossenen F119 gekauft haben. Motoren aus Import, dann kann man weitaus günstiger einen eigenen Jäger entwicklen als alles selbst neu erfinden. Auch der russ. Träger fällt in diese Kategorie. Die Russen es bis heute nicht geschafft, einen konkurrenzfähigen Flugzeugträger auf Kiel zu legen. Den Erfahrungsrückstand kann China nicht in ein paar Jahren aufholen, so ist der Kauf des Trägers eher als Technologietransfer zu sehen. Bis die Chinesen einen einsatzfähigen Träger haben werden wird noch etwas Zeit vergehen. Die NATO muss sich aber schon jetzt Gedanken machen, wie sie der Bedrohung in 10 Jahren + X gegenüber treten wird. China wird sich sicher schon bald auf den Weltmeeren bemerkbar machen und als Konkurrent zum Weltpolizisten USA anbieten.
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