Molekül mit Vierradantrieb Nano-Forscher bauen kleinstes Auto der Welt

Stromantrieb, vier Motoren und ein Träger: Das kleinste Auto misst nur einen Milliardstel Meter. Es fährt los, sobald Forscher es mit Spannung versorgen. Allerdings drehen sich nicht immer alle Räder in die gleiche Richtung.

Nano-Auto auf Kupferscheibe: Das Mini-Vehikel besteht aus einem einzigen Molekül
DPA/ Nature

Nano-Auto auf Kupferscheibe: Das Mini-Vehikel besteht aus einem einzigen Molekül


London - Das kleinste Auto der Welt besteht aus einem einzigen Molekül. Das winzige Fahrzeug ist nur rund einen Nanometer (ein Milliardstel Meter) lang und wird elektrisch angetrieben, wie die Entwickler um Ben Feringa von der Universität Groningen in den Niederlanden im Wissenschaftsmagazin "Nature" berichten.

Das Nano-Elektrovehikel besitzt sogar einen Vierradantrieb. Es sei zwar nicht das erste künstlich angetriebene Molekül, aber das erste, das sich aus eigener Kraft gerichtet über eine Oberfläche bewegen könne, heißt es in einem Begleitkommentar in "Nature". Die Forscher sehen ihr Design als Schritt zur Entwicklung von Nano-Maschinen, die einmal auf der winzigen Molekülebene Arbeit verrichten könnten.

Für ihr Nano-Elektroauto montierten Ben Feringa und seine Kollegen vier bereits früher entwickelte rotierende Motoren an einen zentralen Träger. Die Motoren übernehmen die Rolle der Antriebsräder. Allerdings haben die Forscher noch keinen Weg gefunden, bei der Produktion alle Antriebsräder zuverlässig in derselben Drehrichtung zu montieren. Sie müssen daher durch Versuche solche Nano-Autos herausfischen, die tatsächlich vorwärts fahren.

Um das fahrende Molekül in Bewegung zu versetzen, wird es von oben über die Spitze eines Rastertunnelmikroskops mit Strom versorgt. Ein kurzer Spannungspuls von einem halben Volt ändert die Konfiguration der rotierenden Motoren. Drehen sie sich alle in dieselbe Richtung, sollte das Nano-Auto rund 0,7 Nanometer vorwärts rucken. Die Forscher ließen ihr molekulares Vierrad-Elektrofahrzeug auf diese Weise mit zehn Impulsen etwa sechs Nanometer weit über eine Kupferoberfläche fahren. Das zeige, dass dieses Auto fast in der Ideallinie geradeaus gefahren sei, schreiben sie.

hei/dpa

insgesamt 14 Beiträge
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dongerdo 10.11.2011
1. -
Zitat von sysopStromantrieb, vier Motoren und ein Träger: Das kleinste Auto misst nur einen Milliardstel Meter. Es*fährt los, sobald Forscher es mit Spannung versorgen.*Allerdings drehen sich nicht immer alle Räder in die gleiche Richtung. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,796873,00.html
Manche Sachen wie dies hier sind vielleicht an sich nutzlos, aber der Coolness-Faktor ist jenseits von gut und böse ;-)
pseudokater 10.11.2011
2. .
wieso nutzlos? Das ist ein wichtiger Schritt richtung Nanomaschinen/Nanobots.
Jörg Starkmuth 10.11.2011
3. Nutzlos?
Zitat von dongerdoManche Sachen wie dies hier sind vielleicht an sich nutzlos, aber der Coolness-Faktor ist jenseits von gut und böse ;-)
Letzteres auf jeden Fall. :-) Ich gehe allerdings sehr wohl davon aus, dass das irgendwann nützlich sein wird - und zwar für Gut *und* Böse. Hoffen wir, dass besonnen mit dem Möglichkeiten umgegangen wird.
Graphite 10.11.2011
4. einen Schritt weiter denken...
hier geht es um Grundlagenforschung. Ich bin der festen überzeugung dass Nanoroboter in der Zukunft eine erhebliche Rolle in der Medizin und Rüstungstechnik spielen werden. Die kleinen anfänglichen Probleme wird man in den Griff bekommen und damit ein neues Zeitalter einläuten. Jetzt stellt sich nur die Frage was wir Menschlein daraus machen bzw ob wir es positiv nutzen. Wer Anregungen braucht sollte mal den Roman "Diamond Age" von Neal Stephenson lesen.
catto59 10.11.2011
5. Auto ?
Sind wir Leser von SPON nicht längst dem Kindergartenalter entwachsen? Ja. Die Benennung künstlich angetriebener Moleküle als Auto ist doch äußerst weit hergeholt und albern. Nur weil sich ein Haufen Moleküle durch Strom angeregt bewegt, ist es noch immer kein Auto, kein Fahrzeug, kein Mobil. So reisserische Berichte werden leider immer mehr, leider zu Lasten qualitativer Artikel. Wenn Berichterstattung, dann bitte nicht so. Wo bleibt der Qualitätsjournalismus?
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