Moskau Geplatzter Treibstofftank führte zur Feuerkatastrophe in Aeroflot-Maschine

Der hintere Teil der Flugzeugs stand komplett in Flammen: Bei der Notlandung einer Aeroflot-Maschine starben mindestens 41 Menschen. Nun liegen erste Erkenntnisse zur Brandursache vor.

Unmittelbar nach der Notlandung war das Flugzeug in Brand geraten
Moscow News Agency/ AP

Unmittelbar nach der Notlandung war das Flugzeug in Brand geraten


Nach der Notlandung eines russischen Passagierjets am Moskauer Flughafen Scheremetjewo mit 41 Toten suchen die Ermittler weiter nach der genauen Unfallursache. Nun liegen erste Erkenntnisse vor, warum die Maschine kurz nach der Notlandung in Flammen aufging. Demnach brachte der Aufprall den voll befüllten Treibstofftank zum Platzen. Dadurch breitete sich blitzschnell das Feuer aus. Der hintere Teil der Maschine stand komplett in Flammen.

Zuvor hatte der Pilot des Superjet-100 von technischen Problemen berichtet und deshalb auch die Rückkehr zum Flughafen beschlossen, wie Medien berichteten. Es wird spekuliert, ob ein Motorschaden die Ursache gewesen sein könnte. Zeitweise soll auch der Funkkontakt abgebrochen sein. Es gab auch Berichte, nach denen die Maschine von einem Blitz getroffen worden sei. Für die weitere Aufklärung sollen nun Überlebende, Augenzeugen und Flughafenmitarbeiter befragt werden, wie das staatliche Ermittlungskomitee nach der Katastrophe mitteilte.

Viele Verletzte mit Rauchgasvergiftung

Der Suchoi Superjet-100 ist die erste Neuentwicklung des russischen Flugzeugbaus nach dem Ende der Sowjetunion, der Kurzstreckenflieger ist seit 2011 zugelassen. Aeroflot hat zurzeit 50 Jets dieses Typs im Einsatz, erst im vergangenen Herbst kündigte sie den Kauf von weiteren 100 Maschinen an. Die Jets sollten trotz des Unfalls zunächst weiter im Einsatz bleiben, hieß es.

Im Video: Maschine fängt bei Notlandung Feuer

An Bord des Fluges SU1492 waren 78 Menschen. Unter den Toten sind nach Angaben der Behörden zwei Kinder und ein Flugbegleiter. Viele der Verletzten erlitten laut Rettungskräften Rauchgasvergiftungen.

An Bord der Maschine brach Panik aus, wie auf einem im Internet veröffentlichten Video zu hören und zu sehen war. Die Aufnahmen zeigten auch, wie die rechte Tragfläche der Maschine brannte.

Das Feuer wurde nach Angaben des Flughafens und des Zivilschutzes schnell gelöscht. Zahlreiche Passagiere hätten das Flugzeug in weniger als einer Minute über Notrutschen verlassen, teilte Aeroflot mit. "Die Crew hat alles ihr Mögliche getan, um die Leben der Passagiere zu retten und den Betroffenen Nothilfe zu geben."

Kremlchef Wladimir Putin ordnete eine gründliche Aufklärung an. Er und Regierungschef Dmitri Medwedew sprachen den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus. Den Überlebenden sicherten sie Hilfe zu. In dem Gebiet Murmansk nahe der finnischen Grenze solle den Opfern gedacht werden, sagte der Gouverneur der Region.

Nach dem Unglück wurden zunächst einige Maschinen auf andere Moskauer Flughäfen umgeleitet. Der Betrieb auf Russlands größtem Flughafen Scheremetjewo wurde aber bereits nach kurzer Zeit wieder aufgenommen. Mehr als 100 Flüge waren verspätet.

koe/dpa/AFP



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