Nach Atomunglück Provinz Fukushima will Abschied von Kernkraft

Erneuerbare Energien - darauf will die vom AKW-Unglück gebeutelte Provinz Fukushima künftig setzen. Sie fordert daher den Abbau zweier Atomkraftwerke. Beschlossen ist bislang jedoch nur das Ende der havarierten Anlage Fukushima Daiichi.
AKW Fukushima Daiichi: Die Präfektur plant, auf erneuerbare Energien umzusteigen

AKW Fukushima Daiichi: Die Präfektur plant, auf erneuerbare Energien umzusteigen

Foto: David Guttenfelder/ AP

Tokio - Die von der Atomkatastrophe im März getroffene japanische Provinz Fukushima hat gefordert, die Kernkraftwerke des Betreibers Tepco in der Region abzubauen. Nach monatelangen Debatten seien die Behörden zu dem Schluss gekommen, dass es besser sei, die beiden nur zwölf Kilometer auseinander liegenden Atomkraftwerke Fukushima I und Fukushima II komplett zu entfernen, teilte die Präfektur am Mittwoch mit.

Damit würde die Region zwar auf Zuschüsse verzichten, die für atomare Anlagen gewährt werden. Die Präfektur hielt es jedoch für schwer vermittelbar, einer von dem Atomunglück traumatisierten Bevölkerung den Fortbestand der Kernkraftwerke zu erklären.

Die Präfektur Fukushima wurde infolge der von einem Erdbeben und dem darauf folgenden Tsunami ausgelösten Katastrophe am 11. März zu großen Teilen radioaktiv kontaminiert. Die Regierung in Tokio hat bereits den Abbau der sechs Reaktoren von Fukushima I angekündigt. Vier von ihnen waren durch die Katastrophe schwer beschädigt worden, teilweise trat eine Kernschmelze ein. Der Betreiber Tepco will bisher nur die vier beschädigten Reaktoren zurückbauen. Zu Fukushima II (Fukushima Daini) mit vier weiteren Reaktoren gibt es bisher keinen Beschluss. Die Anlage war während der Katastrophe nur relativ leicht beschädigt worden.

Die Behörden der Region Fukushima wollen nun auf erneuerbare Energien umsteigen und Technologien dafür entwickeln, dass die Umwelt möglichst schnell gereinigt wird. Mehr als 150.000 Menschen in der Region mussten ihre Häuser nach der Atomkatastrophe verlassen.

Eine neue Simulation zeigt zudem, dass die Brennstäbe in einem der havarierten Reaktoren nach der Kernschmelze fast den Schutzmantel durchbrochen haben. Die Brennelemente im Reaktor eins von Fukushima Daiichi drangen demnach teilweise in den dicken Betonboden des Containments ein und kamen der äußeren Stahlummantelung bis auf rund 30 Zentimeter nahe, teilte Tepco am Mittwoch in Tokio mit. Seitdem seien die Elemente aber abgekühlt.

wbr/AFP/dapd
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.