Honorar 200 Dollar für die Nobelpreis-Entdeckung

Am Dienstag erhielt Shuji Nakamura für seine Arbeit den Nobelpreis. Sein früherer Arbeitgeber hatte die Entdeckung deutlich zurückhaltender gewürdigt.

AFP

Stockholm - Der Japaner Shuji Nakamura, dem zusammen mit Isamu Akasaki und Hiroshi Amano der diesjährige Nobelpreis für Physik zugesprochen wurde, erhielt in jungen Jahren gerade einmal 20.000 Yen (rund 200 US-Dollar) für seine Leistung. Heute ermöglichen LEDs sparsame Beleuchtungen für drinnen und draußen. Ob Taschenlampen, Handydisplays oder Rücklichter von Autos: LEDs sind nahezu unersetzlich geworden.

Bedenkt man, dass die Milliardengeschäfte mit blauen Leuchtdioden zu der Zeit bereits absehbar waren, sind 200 Dollar eine erstaunlich niedrige Summe. Doch Nakamuras damaliger Arbeitgeber, die japanische Firma Nichia Corporation, war nicht ungewöhnlich knauserig. In den Neunzigerjahren galt die Firma, für die man tätig war, als eine Art Familienersatz; Sonderzuwendungen waren verpönt.

Corbis
Damals hat sich Nakamura daher auch nicht beschwert, das kam erst später: Als der gelernte Elektroingenieur im Jahr 2000 an die University of California wechselte und dort seine Forschung fortsetzte, verklagte ihn der Nichia-Konzern wegen Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen. Nakamura reichte Gegenklage ein, immerhin hatte sein Geldgeber bislang mit seiner Arbeit gut verdient, rund 80 Patente hatte er dem Konzern verschafft. In erster Instanz bekam Nakamura 20 Milliarden Yen (rund 200 Millionen US-Dollar) zugesprochen.

Dagegen legte wiederum Nichia Berufung ein. Letztlich einigten sich beide Parteien auf 840 Millionen Yen (mehr als 6 Millionen Euro) - die höchste je gezahlte Prämie an einen Wissenschaftler in Japan.

Spätestens mit dem gestrigen Tag dürfte der ganze Ärger vergessen sein: Nakamura kann sich auf die feierliche Zeremonie am 10. Dezember in Stockholm freuen, bei der ihm der König von Schweden seine Medaillen überreichen wird.

nik/reuters/AFP/dpa

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kimchi 08.10.2014
1. So funktioniert der Kapitalismus
So funktioniert eben der Kapitalismus: Diejenigen, die die Arbeit machen bekommen davon am wenigsten. Diejenigen, die Kapital bereitstellen, bekommen am meisten. Frau Klatten streicht im Jahr 600 Millionen Euro für ihre Beteiligung an BMW ein. Nicht Kursgewinne, sondern Dividende. Welchen Anteil daran hat sie selbst erarbeitet? Man bräuchte eine neue Form. Nicht Sozialismus und Gleichmacherei. Dass allen alles gehört, funktioniert nicht. Aber 600 Millionen für eine einzige Person, fühlt sich auch nicht richtig an. Vor allem wenn die Leistung der Person darin bestand geboren zu werden und die Anteile vererbt zu bekommen.
mit66jahren 08.10.2014
2. Glückwunsch!
Es ist toll, dass die drei Japaner ihren Tüftler- Starrsinn gegen den vorherrschenden wissenschaftlichen Mainstream, der die blauen LEDs für nicht machbar hielt, durchgehalten haben. Herzlichen Glückwunsch! Wenn das Wirtschaftswachstum im Nanometerbereich erfolgt, braucht uns nicht bange werden, dass unser Planet bald zu klein wird.
geist_der_stets_verneint 08.10.2014
3.
Zitat von kimchiSo funktioniert eben der Kapitalismus: Diejenigen, die die Arbeit machen bekommen davon am wenigsten. Diejenigen, die Kapital bereitstellen, bekommen am meisten. Frau Klatten streicht im Jahr 600 Millionen Euro für ihre Beteiligung an BMW ein. Nicht Kursgewinne, sondern Dividende. Welchen Anteil daran hat sie selbst erarbeitet? Man bräuchte eine neue Form. Nicht Sozialismus und Gleichmacherei. Dass allen alles gehört, funktioniert nicht. Aber 600 Millionen für eine einzige Person, fühlt sich auch nicht richtig an. Vor allem wenn die Leistung der Person darin bestand geboren zu werden und die Anteile vererbt zu bekommen.
Ich habe nicht den Eindruck, dass Frau Klattens Vermögen ein relevantes Problem für die Welt ist. Frau Klatten arbeitet, verbraucht wahrscheinlich ungefähr so viel Energie und andere knappe Resourcen wie viele Manager und hat sicherlich nicht weniger, nur andere Sorgen als Sie. Nur Neider hat sie mehr.
tobi_g 09.10.2014
4.
"Ich habe nicht den Eindruck, dass Frau Klattens Vermögen ein relevantes Problem für die Welt ist." Ich schon. Allein schon deswegen, weil große Vermögen nicht in Umlauf sind und damit dem Markt Gelder entziehen (siehe auch Rentenfonds etc.). Aber auch auf menschlicher Ebene ist die Verteilung des Geldes höchst unmoralisch. Kein Mensch sollte mehr als das ca. 20-fache dessen besitzen, der das wenigste hat. Sonst geht die Menschlichkeit (das Einfühlungsvermögen in andere Menschen, die Empathie) verloren, wie man an unserer Gesellschaft sehr gut sehen kann.
metalslug 10.10.2014
5. Bill Gates
...hat 50 Mille für die Ebola Krise bereitgestellt - lange bevor die WHO mit Ach und Krach 49 zusammengekratzt hat. Solange reiche Menschen teilen können, gönne ich jedem seinen Reichtum.
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