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Physik-Nobelpreis 2014: Nakamura verdiente 200 Dollar

Foto: JONATHAN NACKSTRAND/ AFP

Honorar 200 Dollar für die Nobelpreis-Entdeckung

Am Dienstag erhielt Shuji Nakamura für seine Arbeit den Nobelpreis. Sein früherer Arbeitgeber hatte die Entdeckung deutlich zurückhaltender gewürdigt.

Stockholm - Der Japaner Shuji Nakamura, dem zusammen mit Isamu Akasaki und Hiroshi Amano der diesjährige Nobelpreis für Physik zugesprochen wurde, erhielt in jungen Jahren gerade einmal 20.000 Yen (rund 200 US-Dollar) für seine Leistung. Heute ermöglichen LEDs sparsame Beleuchtungen für drinnen und draußen. Ob Taschenlampen, Handydisplays oder Rücklichter von Autos: LEDs sind nahezu unersetzlich geworden.

Bedenkt man, dass die Milliardengeschäfte mit blauen Leuchtdioden zu der Zeit bereits absehbar waren, sind 200 Dollar eine erstaunlich niedrige Summe. Doch Nakamuras damaliger Arbeitgeber, die japanische Firma Nichia Corporation, war nicht ungewöhnlich knauserig. In den Neunzigerjahren galt die Firma, für die man tätig war, als eine Art Familienersatz; Sonderzuwendungen waren verpönt.

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Damals hat sich Nakamura daher auch nicht beschwert, das kam erst später: Als der gelernte Elektroingenieur im Jahr 2000 an die University of California wechselte und dort seine Forschung fortsetzte, verklagte ihn der Nichia-Konzern wegen Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen. Nakamura reichte Gegenklage ein, immerhin hatte sein Geldgeber bislang mit seiner Arbeit gut verdient, rund 80 Patente hatte er dem Konzern verschafft. In erster Instanz bekam Nakamura 20 Milliarden Yen (rund 200 Millionen US-Dollar) zugesprochen.

Dagegen legte wiederum Nichia Berufung ein. Letztlich einigten sich beide Parteien auf 840 Millionen Yen (mehr als 6 Millionen Euro) - die höchste je gezahlte Prämie an einen Wissenschaftler in Japan.

Spätestens mit dem gestrigen Tag dürfte der ganze Ärger vergessen sein: Nakamura kann sich auf die feierliche Zeremonie am 10. Dezember in Stockholm freuen, bei der ihm der König von Schweden seine Medaillen überreichen wird.

nik/reuters/AFP/dpa