US-Zeitungsbericht Nordkorea soll 20 Atombomben besitzen

Nordkorea prahlt gern mit militärischer Stärke. Doch es ist unklar, was dran ist an den Behauptungen von Diktator Kim Jong Un. Nun berichtet eine US-Zeitung: Das Land könnte über mehr Atomsprengköpfe verfügen als vermutet.

Militärparade in Pjöngjang (Juli 2013): Spekulationen über die militärische Stärke
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Militärparade in Pjöngjang (Juli 2013): Spekulationen über die militärische Stärke


China hat nach Angaben der Zeitung "Wall Street Journal" vor einer wachsenden Zahl nordkoreanischer Atomwaffen gewarnt. Pjöngjang könnte nach Einschätzung chinesischer Experten bereits über 20 Sprengsätze verfügen, berichtete das Blatt unter Berufung auf US-Experten. Diese hatten kürzlich mit chinesischen Vertretern hinter verschlossenen Türen beraten. Nordkorea verfüge zudem über die Fähigkeit, genügend atomwaffenfähiges Uran anzureichern, um das Arsenal voraussichtlich bis zum kommenden Jahr zu verdoppeln.

Nordkorea könne im Land offenbar mehr Uran anreichern als bisher angenommen, zitierte das Blatt den Wissenschaftler Siegfried Hecker von der Stanford University. Hecker hatte an dem Gespräch teilgenommen. Ein nordkoreanisches Nukleararsenal würde nach seiner Einschätzung Verhandlungen mit dem Westen erheblich erschweren.

Erst im Februar hatte das U.S.-Korea Institute (USKI) der renommierten Johns Hopkins School of Advanced International Studies in Washington vor schnellen Fortschritten Nordkoreas bei der nuklearen Aufrüstung gewarnt. Im schlimmsten Fall, hieß es, könnte sich Pjöngjangs Atomarsenal binnen fünf Jahren auf hundert Bomben nahezu verzehnfachen.

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Nordkorea: Kims rätselhafte Waffen
Andere Experten wiederum halten Pjöngjangs Drohungen und Waffen-Inszenierungen für nicht viel mehr als politisch motivierten Bluff. Mitunter könne Nordkorea nicht einmal überzeugende Attrappen bauen. Zudem müssten Raketen - und nuklear bewaffnete ganz besonders - in zahlreichen Tests erst noch ihre Zuverlässigkeit beweisen.

nik/dpa/afp



insgesamt 41 Beiträge
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analyse 23.04.2015
1. Hoffentlich stellen de NSA und andere Geheimdienste
das nordkoreanische Volk nicht unter Generalverdacht !
steviespeedy, 23.04.2015
2. Los, auf ihn mit Gebrüll
oder haben die Yankees plötzlich Schiss?
PowlPoods 23.04.2015
3. Damit
lebt es sich in Nordkorea 20 mal sicherer als in allen Atomwaffenfreien Staaten.
canUCme 23.04.2015
4. Wer ...
... hat ihnen die Zentrifugen geliefert?
KingTut 23.04.2015
5. Wie ist das möglich?
Ich frage mich wie es möglich ist, dass "Experten" zu solch gegensätzlichen Wertungen hinsichtlich der nordkoreanischen Atomwaffen kommen. Einerseits soll China, das bislang als Verbündeter von NK galt, über die Anzahl an Atomwaffen in diesem Land so sehr besorgt sein, dass es sogar vertrauliche Gespräche mit den USA darüber führt. Von anderer Stelle wiederum wird behauptet, die Nordkoreaner seien nicht einmal in der Lage, überzeugende Attrappen zu bauen. Wie ist das möglich, dass so unterschiedliche Statements verbreitet werden?
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