Panne bei Hyperschall-Testflug "Wir werden es wieder versuchen"

Etwa 20.000 Kilometer soll er in der Stunde zurücklegen - aber schon zum zweiten Mal ist der Test eines Hyperschall-Flugkörpers durch das US-Militär gescheitert. Bei der Forschungsabteilung Darpa lässt man sich davon nicht beeindrucken: Man will den Extremflug wieder und wieder erproben.

U.S. Air Force/ Dan Liberotti

Washington - Die Forschungsabteilung des US-Verteidigungsministeriums hat ein ambitioniertes Ziel vor Augen: Sie will den Hyperschall-Flug meistern. Die Flugkörper, die die Darpa entwickelt, könnten theoretisch binnen zwölf Minuten von New York nach Los Angeles fliegen - und dabei Temperaturen von knapp 2000 Grad Celsius aushalten.

Doch bisher kommt die Darpa beim Konstruieren solcher Hyperschall-Flugkörper nur mühsam voran. Auch der zweite Testflug eines Versuchsobjekts, das Geschwindigkeiten von mehr als 20.000 Kilometer pro Stunde erreichen sollte, endete frühzeitig. Nachdem der Kontakt zum "Hypersonic Technology Vehicle 2" ("HTV 2") abriss, stürzte der Mini-Flieger wahrscheinlich entlang seiner Flugroute in den Pazifik. Das Gerät verfügt über einen autonomen Modus zur Beendigung des Fluges. Der erste Testflug im April 2010 verlief ähnlich.

Ein Teil des Tests sei jedoch erfolgreich gewesen, behauptet die Darpa. Der Hyperschall-Flugkörper war an Bord einer "Minotaur IV"-Rakete von der kalifornischen Vandenberg Airforce Base in den erdnahen Weltraum gelangt. Dort hatte sich "HTV 2" wie geplant von der Rakete getrennt und war in den Überschallflug gewechselt. Man habe mehr als neun Minuten Daten gesammelt, ehe eine Anomalie den Kontakt zum Fluggerät abreißen ließ, hieß es.

"Wir werden lernen. Wir werden es wieder versuchen"

Vor dem Flug hätten die Ingenieure eine Vielzahl von Tests im Windkanal durchgeführt und ausgeklügelte Simulationen abgeschlossen - doch das habe nicht gereicht, um das nötige Wissen für den Hyperschallflug zu gewinnen, sagte Darpa-Chefin Regina Dugan.

Doch sie machte gleich klar, dass weitere Flugtests stattfinden werden. "Um unsere Wissenslücken über den Hyperschallflug zu schließen, müssen wir gewillt sein zu fliegen." Bereits der erste Flug im April 2010 habe viele Daten über das Fliegen bei diesen extrem hohen Geschwindigkeiten geliefert. Dieses Mal hätten mehr als 20 Systeme funktioniert und Daten gesammelt. "Wir werden lernen. Wir werden es wieder versuchen."

Fotostrecke

6  Bilder
"HTV 2": Panne beendet Hyperschall-Testflug
Die Entwicklung der "HTV 2"-Drohne hängt mit dem Darpa-Programm "Prompt Global Strike" zusammen. Das US-Militär will dafür Technologien entwickeln, mit denen sie jeden Punkt der Welt innerhalb einer Stunde anfliegen kann. Die Technologien könnten für die Entwicklung von Waffen ebenso genutzt werden wie für die kommerzielle Luftfahrt.

Außer der "HTV 2" testet die US-Luftwaffe einen weiteren Hyperschallflieger, die X-51A "Waverider". Der donnerte im Mai immerhin mit Mach 5 über den Pazifik.

wbr

insgesamt 39 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
gsm900, 12.08.2011
1. Die ersten Raumflüge
Zitat von sysopEtwa*20.000 Kilometer soll er in der Stunde zurücklegen - aber schon zum zweiten Mal ist der Test eines Hyperschall-Flugkörpers durch das US-Militär gescheitert. Bei der Forschungsabteilung Darpa lässt man sich davon nicht schocken: Man will den Extremflug wieder und wieder erproben. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,779836,00.html
waren ja auch oft Fehlschläge, so ist das eben wenn man sich den Grenzen des Möglichen nähert.
Fackus, 12.08.2011
2. macht nur
Zitat von sysopEtwa*20.000 Kilometer soll er in der Stunde zurücklegen - aber schon zum zweiten Mal ist der Test eines Hyperschall-Flugkörpers durch das US-Militär gescheitert. Bei der Forschungsabteilung Darpa lässt man sich davon nicht schocken: Man will den Extremflug wieder und wieder erproben. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,779836,00.html
probiert Eure Versuche zur Pseudo-Weltbeherrschung nur weiter bis Ihr völlig pleite seid. Eigentlich seid Ihrs ja schon längst: (Wers noch nicht kennt: http://www.usdebtclock.org/ immer wieder nett anzusehen) Und denkt auch mal an England. Hunderttausende Obdachlose und Ausgegrenzte werden sich demnächst für was ganz anderes engagieren als für Eure Hypervisionen. Manche lernen's nie. Nicht mal wenn's eigentlich schon zu spät ist.
autocrator 12.08.2011
3. nett
Zitat von Fackusprobiert Eure Versuche zur Pseudo-Weltbeherrschung nur weiter bis Ihr völlig pleite seid. Eigentlich seid Ihrs ja schon längst: (Wers noch nicht kennt: http://www.usdebtclock.org/ immer wieder nett anzusehen) Und denkt auch mal an England. Hunderttausende Obdachlose und Ausgegrenzte werden sich demnächst für was ganz anderes engagieren als für Eure Hypervisionen. Manche lernen's nie. Nicht mal wenn's eigentlich schon zu spät ist.
nett lancierte meldung. Gestern noch wurde das imperium americanorum mit einem völlig veralteten flugzeugträger von den chinesen herausgefordert, und heute gibt's die "beruhigende" nachricht, dass die USAF schon 'fast erfolgreich' an der nächsten wunderwaffe bastelt. dieses neue spielzeug des "militärisch-industriellen komplexes" wird mit den gerade beschlossenen neuen schulden vom finanzkomplex bezahlt, und brav wie essich für den informationskomplex gehört, zu dem offensichtlichauch SPON gehört, wird vielsagend diese meldung auch nicht weiter, geschweige denn kritisch kommentiert. noch dümmer inszeniert nur noch BILD eine nachricht.
caecilia_metella 12.08.2011
4. Pannen gibt es immer wieder
Ich hatte gestern noch ein Gebet gen Himmel gesandt. Schlimm? Außerdem sollte man derlei Experimente möglicherweise nicht starten, ohne Geophysiker befragt zu haben. Los Angeles: Die Engel.
donfuan, 12.08.2011
5. Auf Thema antworten
Würde man den Dollar auf seinen wahren Wert zurechtstutzen würde(dürfte gegen Null tendieren), hätten die Amis nicht mehr die Möglichkeit, solche Waffen zur Bedrohung aller Völker (komme mir bloß keiner mit unseren "Freunden") zu erproben. Der amerikanische industriell-militärische Komplex, der ja quasi zusammen mit der Wall Street die Regierung stellt, wird seine Machtposition aber mit Zähnen und Klauen verteidigen wollen. Man kann nur hoffen, dass das nicht zum 3. Weltkrieg führt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.