Boom der Flieger in den USA Private Drohnen gefährden zivilen Luftraum

25-mal im Monat erhält die US-Luftfahrtbehörde Berichte von privaten Drohnen, die in der Nähe von Flugzeugen auftauchen. Die Geräte werden zunehmend zum Sicherheitsrisiko für den zivilen Luftraum.
Kameradrohne über Hamburg (Archiv): Potenzielles Sicherheitsrisiko

Kameradrohne über Hamburg (Archiv): Potenzielles Sicherheitsrisiko

Foto: Axel Heimken/ picture alliance / dpa

Drohnen entwickeln sich zu einem ernsthaften Problem für die zivile Sicherheit. Seit Oktober sind beispielsweise mehrfach Drohnen über verschiedene französische Atomkraftwerke geflogen. In den USA haben kriminelle Gruppen versucht, Schmuggelware in Gefängnisse zu transportieren oder Drohnen in gut besuchte Stadien gesteuert. Nun meldet die US-Luftfahrtbehörde FAA, sie erhalte jeden Monat etwa 25 Berichte von Drohnen, die in der Nähe von Flugzeugen auftauchen, berichtet die "New York Times" .

Bereits im März 2014 war ein kleines Flugzeug mit 50 Sitzplätzen im Bundesstaat Florida in 700 Metern Höhe beinahe mit einer privaten Drohne zusammengestoßen. Laut den FAA-Aufzeichnungen sind in den USA seit Februar 2014 außerdem etwa ein halbes Duzend Drohnen in der Nähe von Stadien beobachtet worden. In einem Fall habe das Gerät einen Zuschauer gestreift und diesen leicht verletzt.

In den USA ist es erlaubt, Drohnen zum Freizeitspaß zu nutzen, solange sich die Piloten an einige Regeln halten. So darf die Drohne beispielsweise nicht höher als 400 Fuß (etwa 120 Meter) aufsteigen. Auch in Deutschland darf man kleinere Drohnen unter fünf Kilo als Freizeitbeschäftigung umhersteuern. Allerdings muss das Gerät in Sichtweite bleiben und darf nicht höher als 100 Meter fliegen. Es gibt auch Sperrzonen - etwa an Atomkraftwerken. Einige Bundesländer verbieten zudem Flüge über Menschenansammlungen. Das Ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat im Januar 2014 eine Infobroschüre zur "Nutzung unbemannter Luftfahrtsysteme"  herausgegeben.

Die FAA hat nach den Zwischenfällen rund um die Stadien ihre Regeln nachgebessert. Nun sind Flüge in der Nähe von Sportveranstaltungen in den USA explizit verboten.

Aufgrund sinkender Preise, Quadrocopter kosten mittlerweile weniger als 100 Euro, tauchen Drohnen immer öfter auf. Die kleinen Fluggeräte werden als private Flugkameras genutzt - auf Hochzeiten oder im Park. Auf Twitter und Facebook überbieten sich Piloten mit eindrucksvollen Drohnenvideos - und vergessen dabei mitunter die Regeln, die für ihren Einsatz gelten.

Gewerbliche Nutzung

Rechtlich problematisch dabei ist auch, dass mit Kameradrohnen leicht die Privatsphäre anderer verletzt werden kann - etwa, wenn die Piloten ihre Geräte über private Grundstücke oder in Hinterhöfe steuern oder gar durch Fenster in Wohnungen filmen.

Das Geschäft mit den Drohnen wächst. Die Teal Group, die an Drohnen forscht, schätzt laut "New York Times", dass dieses Jahr im Drohnengeschäft weltweit etwa 360 Millionen Euro (450 Million US-Dollar) umgesetzt werden, 45 Prozent mehr als im Vorjahr.

Eine wichtige Rolle dabei spielt der gewerbliche Einsatz der Fluggeräte. Auch hier sind die USA in der Vorreiterrolle: Für Dezember wird erwartet, dass die FAA neue Regeln für die kommerzielle Nutzung bekannt gibt. Wer Drohnen für sein Unternehmen nutzen will, braucht sowohl in den USA als auch in Deutschland eine Genehmigung.

Unternehmen wie DHL und Amazon überlegen bereits, wie sie die Geräte zur Auslieferung von Paketen nutzen können. DHL testet bereits eine Drohne, mit der Medikamente auf die Nordseeinsel Juist geflogen werden . Dies ist dann wichtig, wenn es wegen der Gezeiten und des Wetters weder reguläre Fähr- noch Flugverbindungen gibt.

Glaubt man der US-Luftfahrtbehörde FAA, sind kommerziell genutzte Drohnen schon bald eine alltägliche Erscheinung. Laut FAA sollen bis 2020 mehr als 10.000 unbemannte Fluggeräte im amerikanischen Luftraum  unterwegs sein.

jme
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