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Experiment mit Quadrocopter Drohne greift Beute wie ein Adler

Angreifen, zupacken, abhauen: Adler jagen auf spektakuläre Art ihre Beute. Forscher haben jetzt von der Natur gelernt und einen Quadrocopter gebaut, der Objekte nach dem gleichen Prinzip schnappt.

Der Seeadler gehört zu den Lieblingsmotiven von Naturfotografen, und das zu Recht: Wenn der große Greifvogel mit hoher Geschwindigkeit auf die Wasseroberfläche hinabschießt, seine Krallen mitten im Flug in einen Fisch bohrt und mit seiner Beute das Weite sucht, entstehen oft spektakuläre Bilder.

Jetzt haben Forscher der University of Pennsylvania in Philadelphia einen fliegenden Roboter entwickelt, der auf ähnliche Art Gegenstände packen und mit ihnen davonfliegen kann. Dabei vollführt er nach Angaben der Techniker den gleichen Trick wie der Adler. Der Greifvogel schwingt im Moment des Zupackens seine Beine nach hinten. Dadurch werde die relative Geschwindigkeit zwischen Krallen und Beute auf nahezu null gesenkt.

Der Adler könne dadurch seine Beute mit hoher Erfolgsquote greifen, ohne sein Tempo zu reduzieren, schreiben die Forscher um Justin Thomas in ihrer Studie . Der Greifarm des Quadrocopters funktioniere nach dem gleichen Prinzip. Nur die Geschwindigkeit des Roboters dürfte noch ein wenig unter der eines Seeadlers liegen: In den Videos vom Experiment schnappte der Quadrocopter bei einem Tempo von drei Metern pro Sekunde zu, was knapp 11 km/h entspricht.

Derartige Entwicklungen könnten wichtig werden für künftige Aufgaben von Mikrodrohnen, im Fachjargon auch Micro Aerial Vehicles (MAVs) genannt. Sie können nicht nur militärischen Nutzen haben, sondern auch Katastrophenhelfern wertvolle Dienste erweisen, etwa bei der Suche nach Opfern von Erdbeben. Auch weniger ernste Einsatzmöglichkeiten erscheinen denkbar - etwa die Fast-Food-Lieferung per Döner-Drohne.

mbe

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