Radioaktives Iridium-192 Behörden in Mexiko finden gestohlenes Messgerät

Diebe haben in Mexiko für Aufregung gesorgt: Sie stahlen einen Lastwagen, der ein Messgerät mit radioaktivem Iridium geladen hatte. Die Behörden riefen Nuklearalarm aus. Nun wurde die gefährliche Fracht gefunden.

Warnung vor Strahlengefahr (Symbolbild): Diebe entledigten sich nuklearer Fracht
AFP

Warnung vor Strahlengefahr (Symbolbild): Diebe entledigten sich nuklearer Fracht


Mexikanische Behörden haben am Freitag ein Messgerät mit radioaktivem Iridium-192 gefunden. Es war zusammen mit einem Lastwagen am Donnerstag in Atizapán de Zaragoza im Bundesstaat México nahe der Hauptstadt abhanden gekommen. Offenbar hatten sich die Diebe umgehend der gefährlichen Fracht entledigt.

Das Gerät wurde wenige Straßen weiter entdeckt, teilte ein Beamter der örtlichen Zivilschutzbehörde mit. Die Militärpolizei sicherte das Gelände, bis der Behälter mit dem strahlenden Material von Mitarbeitern der Atomaufsichtsbehörde abtransportiert werden konnte.

Iridium-192 ist ein sogenannter Gammastrahler, der vor allem bei der Untersuchung von Werkstücken mit Wanddicken oberhalb von zwei Zentimetern zum Einsatz kommt. Das strahlende Material ist meist in Form einer kleinen Tablette in einem größeren Behälter eingeschlossen, der aus Strahlenschutzgründen mit abgereichertem Uran ausgekleidet ist.

Bei dem Raub handelt es sich bereits um den dritten Diebstahl dieser Art innerhalb von sechs Monaten. Im Dezember hatten Diebe im Bundesstaat Hidalgo einen Lastwagen mit Medizingeräten gestohlen, die zu einer Deponie gebracht werden sollten. Dabei war ihnen auch radioaktives Cobalt-60 in die Hände gefallen. Nach einer großflächigen Suche hatten die Behörden das Material sicherstellen können. Anfang Juni war dann weiteres radioaktives Material beim Überfall auf eine Lagerhalle gestohlen, aber zehn Tage später gefunden worden.

ore/Reuters



insgesamt 20 Beiträge
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chwe 05.07.2014
1. Vertippt oder keine Ahnung ?
"... der aus Strahlenschutzgründen mit angereichertem Uran ausgekleidet ist" ist ja ein tolles Sicherheitskonzept. Oder sollte es "abgereichert" heissen ?
terotex 05.07.2014
2. Großartig!
Großartig wie solche Entwicklungsländer wie Mexiko das nukleare Problem nicht in der Hand haben! Ebenso stellen sich da einem die Haare am Rücken hoch wenn man im Bericht liest dass medizinisches Material "auf die Deponie gebracht" wurde. Damit die nukleare Masse ins Grundwasser kommt oder von armen Schweinen gefunden wird die versuchen, was Verwertbares auf der Deponie zu finden? Was sagt eigentlich die Atomenergiebehörde dazu? Drischt natürlich auf den Iran an, aber es gibt noch viele andere "Irans" wie wir wieder einmal eindrucksvoll sehen durften.
Ir-192 05.07.2014
3. angereichertes Uran???
Lol, wäre mal was neues, wenn das Iridium von spaltbarem Material aus "Strahlenschutzgründen" umschlossen werden müsste ;-)
J.Corey 05.07.2014
4. Abgereichertes Uran ...
... sollte da stehen. In einem vorherigen Artikel stand es richtig. Da hat sich der Redakteur vertan oder eine Rechtschreibprüfung dazwischengefunkt - locker bleiben! :-)
schmusel 05.07.2014
5.
Zitat von terotexGroßartig wie solche Entwicklungsländer wie Mexiko das nukleare Problem nicht in der Hand haben! Ebenso stellen sich da einem die Haare am Rücken hoch wenn man im Bericht liest dass medizinisches Material "auf die Deponie gebracht" wurde. Damit die nukleare Masse ins Grundwasser kommt oder von armen Schweinen gefunden wird die versuchen, was Verwertbares auf der Deponie zu finden? Was sagt eigentlich die Atomenergiebehörde dazu? Drischt natürlich auf den Iran an, aber es gibt noch viele andere "Irans" wie wir wieder einmal eindrucksvoll sehen durften.
Dir ist aber schon klar, dass du da Äpfel mit Birnen vergleichst? Mit dem Zeug oder mit medizinischen Strahlenquellen, kann man keine Kernwaffen basteln. Allenfalls schmutzige Bomben. Diebstahl solchen Materials wäre aber auch in Deutschland kein Ding der unmöglichkeit - Viele Hausarztpraxen und jeder Zahnarzt besitzen radioaktives Material zum Röntgen. Einfach einbrechen und klauen...
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