Regierungsbericht Stilllegung von Fukushima wird 30 Jahre dauern

Die Lage an der Atomruine von Fukushima scheint stabil. Doch die nötigen Arbeiten dort könnten sich noch über Jahrzehnte hinziehen, schätzen Experten. Die Kosten liegen wahrscheinlich in zweistelliger Milliardenhöhe.

Fukushima, Reaktor Nr. 3 (Foto vom 24.9.): Schwerster Atomunfall seit Tschernobyl
REUTERS/ TEPCO

Fukushima, Reaktor Nr. 3 (Foto vom 24.9.): Schwerster Atomunfall seit Tschernobyl


Tokio - Die Stilllegung des von Erdbeben, Tsunami und Kernschmelzen schwer beschädigten Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi wird mindestens 30 Jahre in Anspruch nehmen. Das schreiben von Japans Atomenergie-Behörde Nisa beauftragte Experten im Entwurf eines Berichts, der zum Ende des Jahres vorgelegt werden soll.

Die Arbeiter auf dem Gelände der japanischen Kernkraftruine kämpfen immer noch damit, die Strahlung einzudämmen. Die Werte sind zwar seit dem Beginn der Katastrophe deutlich abgesunken, aber einer neueren Studie zufolge gelangte infolge des Reaktorunglücks doppelt so viel radioaktives Cäsium 137 in die Atmosphäre, wie zuerst bekanntgegeben wurde.

Das Expertengremium gibt im Berichtsentwurf zu bedenken, dass es zehn Jahre dauerte, radioaktive Stoffe nach dem Unfall von Three Mile Island im US-Bundesstaat Pennsylvania zu entfernen. Die Arbeiten in Fukushima seien komplizierter und zeitaufwendiger, schreiben die Fachleute.

Pläne bis 2021 und darüber hinaus

So könnten die Arbeiter voraussichtlich erst 2021 damit beginnen, die Brennstäbe zu entfernen - weil erst dann die Eindämmung der Reaktoren vollständig repariert sein würde.

Dazu kommt die Dekontaminierung der Sperrzone rund um Fukushima. In Bereichen in der Nähe des Atomkraftwerks haben an manchen Stellen bereits Privatleute die Initiative ergriffen, um Gebäude zu reinigen.

Die Kosten der Aufräumarbeiten am japanischen Unglücksreaktor könnten sich laut einem Bericht der Zeitung "Yomiuri" umgerechnet auf mehr als 13,7 Milliarden Euro belaufen.

In Fukushima fand in diesem Jahr die schwerste Atomkatastrophe seit dem Reaktorunfall von Tschernobyl im Jahr 1986 statt. Zehntausende von Menschen in der Umgebung mussten evakuiert werden. Nach offiziellen Angaben befindet sich die Anlage derzeit in einem relativ stabilen Sicherheitszustand. Die Betreiberfirma Tepco gibt an, dass die Reaktoren im Wesentlichen herabgekühlt worden sind, so dass die Lage zumindest stabil ist.

wbr/AP

insgesamt 37 Beiträge
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glchao 31.10.2011
1. nichts
SPON zitiert hier die Kraftwerksbetreiber. Und was wollen die damit sagen? Sehr richtig, dass es nichts wirklich Aufklärendes sein kann. Der einzige Kommentar: Na, toll! Toll, dass man dies so berechnen kann - als ob dies irgendwem nützt. Toll, dass wieder mal der Super GAU etwa 10.000 Jahre zu früh kam. Toll, dass wir alle uns - jetzt aber wirklich - verinnerlicht haben: Atomkraft ist nicht abschätzbar sicher zu handhaben. Und - vor allem - toll, dass Fukushima so weit weg ist.
Hannovergenuss, 31.10.2011
2. .........
Hier mal der Origalartikel den der Spiegel aber nicht als Quelle angibt.... http://mdn.mainichi.jp/mdnnews/news/20111029p2g00m0dm015000c.html Die Mainichi Shimbun hat auch eine Kopie des Berichtes (Entwurf), der wurde aber nicht veröffentlich....
Hannovergenuss, 31.10.2011
3. .......
Yomiuri schreibt zu den Kosten: In the case of the Fukushima No. 1 plant, a third-party committee estimated the cost will be about 1.15 trillion yen, using the U.S. accident as a reference. But the cost may increase further, experts say. http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T111029002466.htm
king_pakal 31.10.2011
4. -
Zitat von sysopDie Lage an der Atomruine von*Fukushima scheint stabil. Doch die nötigen Arbeiten dort könnten sich noch über*Jahrzehnte hinziehen, schätzen Experten. Die Kosten liegen wahrscheinlich*in zweistelliger Milliardenhöhe. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,794984,00.html
Die Lage in Fukushima ist überhaupt nicht stabil. Aber was zählt schon ein investigatives und wahrhaftiges Berichten beim Spiegel? Mehr unter fukushimaupdate.com
mpigerl 31.10.2011
5. pseudowissenschaftliches Gelaber
Ich bin kein Freund der Atomlobby, aber pseudowissenschaftliches Gelaber (auf beiden Seiten) bringt nichts. Ein "stabiles" System neigt dazu, seinen momentanen Zustand beizubehalten, auch wenn Störungen von außen einwirken. Und dies "scheint" momentan der Fall zu sein. Zumindest gibt es aktuell keine starke Engergiefreisetzung in Form von übermäßiger Wärme oder Strahlung und die "normalen" Störungen durch die Umwelt scheint das System kompensieren zu können. Natürlich sollte ein AKW auch extreme Störungen - wie Erdbeben, Stürme, ect, kompensieren können und dies wird bei Fukushima im Moment nicht der Fall sein, was sehr blöd ist. Aber trotzdem war der Spiegelartikel nicht soooo schlecht.
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