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Angeblicher Riesentransporter: Der Kreml hebt ab

Foto: Aleksey Komarov

Angeblicher Riesentransporter  Der russische Über-Flieger

Russland kommt mit der Aufrüstung seiner Luftwaffe schlecht voran, die Entwicklung eines neuen Kampfjets gerät ins Stocken. Jetzt behilft sich der Kreml mit Propaganda - und verkündet den Bau einer gigantischen Transportmaschine.

Wenn Autohersteller gerade kein innovatives Projekt für den Serienbau vorweisen können, stellen sie auf Messen gerne futuristische Supermobile aus. Diese Studien sehen dann fantastisch aus, fahren blitzschnell und praktisch abgasfrei. Umgesetzt werden die Versprechen zwar in den seltensten Fällen - aber meistens täuschen sie erfolgreich über die aktuelle Flaute hinweg.

Von dieser Strategie der Autobranche scheint sich der Kreml jetzt inspirieren zu lassen.

Russlands Luftwaffe ist zwar die zweitgrößte weltweit und durchaus schlagkräftig - die Bomber können beispielsweise Nuklearwaffen Tausende Kilometer weit tragen -, aber sie leidet unter Altersschwäche. Ein Großteil der Flotte besteht aus Fliegern der Sowjet-Ära. Zuletzt war auch die gemeinschaftliche Entwicklung eines Kampfjets mit Indien ins Stocken geraten: Die indische Flugwaffe beschwerte sich im vergangenen Jahr unter anderem über Probleme mit den Motoren und der Tarnkappenfunktion.

Glaubt man jedoch einem Bericht von Russia Today , einem Kreml-nahen TV-Sender, übernimmt Russland bald die Macht am Himmel. Demnach werden im Rahmen des Militärprogramms Pak TA 80 riesige Transportflugzeuge gebaut. Jeder der Überflieger könne mit 200 Tonnen Last beladen werden und mit einer Geschwindigkeit von bis 2000 km/h etwa 7000 Kilometer weit fliegen. In zehn Jahren soll die Flotte bereitstehen.

Russia Today beruft sich dabei auf eine anonyme Quelle, die an einem Geheimtreffen von ranghohen Militärs teilgenommen habe. Innerhalb von sieben Stunden könne Russland demnach eine komplette Armee samt 400 Panzern in jedem Land der Welt landen lassen.

130 Milliarden Dollar und eine Diplomarbeit

Ähnlich diffus wie der Ursprung der Information ist die Illustration des Artikels über die vermeintlichen Supertransporter - zu sehen sind Computergrafiken, die aus der Diplomarbeit eines Studenten stammen. In einem dazugehörigen Video landet der Riesenflieger auf einem Flughafen, schluckt ein Panzerfahrzeug und hebt wieder ab. Untermalt werden die Szenen mit dramatischer Musik. Ob diese Fantasie wirklich wahr wird, ist bestenfalls ungewiss.

Russlands Ankündigungen, seine Luftwaffe zu modernisieren, bestehen jedoch nicht nur aus reinen Luftnummern wie dem Monstertransporter: Wie der Politikwissenschaftler und Harvard-Professor Dmitry Gorenburg in seinem Blog "Russian Military Reform"  berichtet, will der Kreml in den kommenden Jahren 130 Milliarden Dollar in die Modernisierung seiner Flotte investieren.

cst
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