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US-Armee: Esel statt Roboter

Foto: Rodrigo Abd/ AP

Roboter-Ersatz US-Armee setzt auf Esel

Transportroboter sollen Soldaten helfen, schwere Ausrüstung zu schleppen. Doch die Hightech-Geräte sind teuer, die Entwicklung dauert an. Die US-Armee besinnt sich jetzt auf ein traditionelles Transportmittel: den Esel.

Die metallenen Monster sehen aus, als seien sie einem billigen Horrorfilm entsprungen - aber die US-Armee meinte es durchaus ernst: "BigDog", ein vierbeiniger Roboter, soll künftig Soldaten helfen, ihre Ausrüstung zu tragen. Die ist nicht eben leicht: Bis zu 50 Kilogramm muss ein Soldat schleppen - auch dann, wenn es durch bergiges Terrain geht, etwa in Afghanistan.

Erst Ende April hat Ken Gabriel, Vizedirektor der Pentagon-Tüftelabteilung Darpa, ein "BigDog"-Exemplar beim New Yorker "Tribeca"-Filmfestival vorgeführt. Doch die Darpa (Motto: "Wir schaffen und verhindern strategische Überraschungen") braucht lange, um den künstlichen Vierbeiner serienreif zu machen. Auch andere geplante Transportroboter haben es bisher nicht in nennenswerter Zahl aufs Schlachtfeld geschafft. Bei der Truppe greift man deshalb inzwischen auf lebendige Vierbeiner zurück: Esel.

Jim Overholt vom Army Tank Automotive Research Development and Research Center sagte dem "National Defense"-Magazin, dass auch offiziell die Rückkehr zu den Lastentieren auf höchster Führungsebene ernsthaft erwogen werde. Dort sei man der Meinung, "dass es vielleicht besser ist, zurück zu gehen", sagte Overholt neulich bei einer Robotik-Konferenz. Was hieße: zurück ins 19. Jahrhundert, als die US-Armee noch über speziell ausgebildete Tierärzte und Eselführer verfügte - das sogenannte "Animal Corps".

"Einen erschossenen Esel kann man nicht reparieren"

Zwar denke man nicht darüber nach, die Roboter-Entwicklung einzustellen, beteuerte Overholt. Aber Esel seien möglicherweise einfach "kosteneffizienter". "Eins ist sicher: Wir müssen den US-Soldaten von der Last befreien", sagte der Forscher.

Das haben die Kämpfer an der Front bereits selbst in die Hand genommen: Wie die US-Website "Wired" berichtet, setzen zahlreiche Einheiten - insbesondere Marines und Spezialkräfte - in Afghanistan bereits Esel ein. Das geht mitunter nicht ohne Schwierigkeiten vonstatten. So soll eine Gebirgsjäger-Einheit versucht haben, einen kleinen Esel mit einem 150-Kilo-Generator einen Berg hinaufzuschicken. Nach ein paar Schritten gab der Esel auf. Die Soldaten schleppten das Gerät am Ende selbst, der Esel trotte glücklich hinterher. Inzwischen aber habe die Einheit gelernt, berichtet "Wired": Sie unterhalte genug Esel auch für schwere Lasten, tierliebe Freiwillige und Armee-Tierärzte kümmerten sich um die Vierbeiner.

Natürlich hätten die Esel auch ihre Nachteile, räumte Overholt ein. So müssten die Soldaten Wasser für ihre vierbeinigen Helfer mitnehmen. Zudem gebe es die Redewendung "stur wie ein Esel" nicht umsonst, weshalb man die Soldaten im Umgang mit den Tieren ausbilden müsse. Und es gebe eine weitere, nicht unwichtige Einschränkung: "Wenn ein Esel erschossen wird, kann man ihn nicht reparieren."

mbe