Roboter-Trauung "Sie dürfen... klick... die Braut... klick... küssen"

In Japan hat sich erstmals ein Paar von einem Roboter trauen lassen. Der Blechkamerad iFairy vermählte in Tokio einen Robotik-Professor und eine ebenfalls in der Branche arbeitende Frau.

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Als die Braut zum Altar schritt, standen die Gäste auf. Nur einer blieb sitzen: Der als Pfarrer engagierte Roboter iFairy. Er war an seinem Stuhl festgeschraubt. Der 1,50 Meter große Roboter führte am Samstag in Tokio die wohl erste Robo-Trauung der Welt durch.

"Es hat eine Menge Spaß gemacht", sagte die glückliche Braut, Satoko Inue, später. Doch ihr Ehemann krittelte: "Es wäre schön, wenn der Roboter noch ein bisschen cleverer wäre." Bräutigam Tomohiro Shibata weiß, wovon er spricht: er arbeitet in Nara als Professor für Robotik. Seine Braut dagegen arbeitet für das Unternehmen Kokoro, das iFairy herstellt.

Tatsächlich ist iFairy nicht so beeindruckend, wie es auf den ersten Blick scheint. Der bezopfte Roboter mit den lustigen Blinkaugen kann zwar mit schnarrender Stimme "Bitte lüften Sie nun den Schleier der Braut" sagen - an seiner Rückseite befinden sich jedoch diverse Drähte, die zu einer mehrere Meter entfernten Konsole führen, an der ein Techniker sitzt.

Es handelt sich deshalb eher um ein ferngesteuertes Spielzeug als um einen autonomen Roboter. Kokoros Angaben zufolge kostet iFairy umgerechnet 53.500 Euro.

Die Firma stellt auch menschlich aussehende Androiden sowie riesige Robo-Dinosaurier her, die bisher allerdings noch nicht bei Trauzeremonien zum Einsatz kamen.

hil/AP

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