Stellungnahme des Kreml Brand in russischem U-Boot brach im Batterieraum aus

Wladimir Putin hat Details zur Brandursache in einem russischen U-Boot bekannt geben. Dabei bestätigte er auch, dass sich ein Atomreaktor an Bord befindet.

Bevor sich Wladimir Putin zur Brandursache äußerte, hatte der Kreml die Hintergründe zum Staatsgeheimnis erklärt
Mikhail KLIMENTYEV/ SPUTNIK/ AFP

Bevor sich Wladimir Putin zur Brandursache äußerte, hatte der Kreml die Hintergründe zum Staatsgeheimnis erklärt


Drei Tage nach einem verheerenden Brand auf einem russischen U-Boot hat sich Präsident Wladimir Putin zu dem Fall geäußert. Dabei bestätigte er auch, dass es sich bei dem Marineschiff um ein atombetriebenes U-Boot handelt. Verteidigungsminister Sergej Shoigu habe Putin versichert, dass der Kernreaktor nicht beschädigt worden sei.

Auch zur Ursache des Feuers gibt es nun eine Erklärung: Der Brand sei im Batterieraum des U-Boots ausgebrochen und dann gelöscht worden, schrieb Shoigu in einem Bericht an Putin, der am Donnerstag auf der Internetseite des Kremls veröffentlicht wurde. Das U-Boot solle nun so schnell wie möglich repariert werden und wieder zum Einsatz kommen.

Bei dem Vorfall in nordrussischen Gewässern in der Arktis waren am Montag 14 teils hochrangige Marineangehörige ums Leben gekommen. Die 14 Seeleute starben demnach an Rauchvergiftungen.

Kurzschluss in der Schaltzentrale

Die Tageszeitung "Kommersant" berichtete unter Berufung auf Militärkreise, dass das Feuer offenbar durch einen Kurzschluss in der Schaltzentrale ausgelöst wurde und Kabel oder Öl in Brand setzte. Durch das Belüftungssystem sei der Rauch in die anderen Bereiche des U-Boots gezogen. Der Besatzung blieb demnach nicht genug Zeit, sich zu schützen. Lediglich fünf überlebenden Besatzungsmitgliedern sei es gelungen, das Feuer zu löschen und das U-Boot wieder nach oben zu befördern.

In den vergangenen Tagen war Kritik an Russlands Umgang mit dem Unfall aufgekommen. Der Vorwurf: Moskau wolle die Details der Katastrophe verschleiern. Der Kreml hatte bislang erklärt, es habe sich um ein Tiefsee-U-Boot auf einer Mission zur Erforschung des Meeresbodens gehandelt. Da sich jedoch ranghohe Armeeoffiziere an Bord befanden, wird vermutet, dass es sich um keinen gewöhnlichen Einsatz handelte.

Die russischen Behörden machten den Vorfall erst am Dienstag öffentlich, obwohl das U-Boot bereits am Montag gebrannt hatte. Am Mittwoch teilte der Kreml dann mit, keine detaillierten Informationen zu dem Unglück bekanntgeben zu wollen, da es sich um "Staatsgeheimnisse" handele.

Nun dauerte es nochmal einen Tag bis zum russischen Eingeständnis, dass es sich um ein U-Boot mit Kernreaktor handelte. Gerade Landesnachbar Norwegen hatte zuletzt auf eine Antwort auf diese Frage gedrängt.

Bei einem Treffen mit Verteidigungsminister Shoigu habe Präsident Putin dann gefragt, wie es um den Kernreaktor des U-Boots stehe. Laut einem Transkript des Kremls habe Shoigu geantwortet: "Der Kernreaktor des Schiffs ist komplett isoliert und unbemannt. Die Crew hat alle notwendigen Maßnahmen durchgeführt, um den Reaktor, der voll funktionsfähig ist, zu beschützen."

aev/Reuters/AFP



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