Satellitenbilder für Haiti Wissenschaftler weisen Krisenhelfern den Weg

Unterstützung für die Einsatzkräfte in Haiti: Experten des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums haben aktuelle Satellitenbilder der Krisenzone in Port-au-Prince ausgewertet und grafisch umgesetzt. Mit diesen Karten werden jetzt die Retter vor Ort koordiniert.
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Haiti nach dem Beben: Krisenhilfe im Maßstab 1:5000

Foto: DLR/ DFD/ ZKI

Köln - Mit aktuellen Satellitenbildern vom Erdbebengebiet in Haiti unterstützen Experten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Arbeit der Hilfsorganisationen. Rund 25 Wissenschaftler haben im Mehrschichtbetrieb Bilder von Port-au-Prince nach Schäden an Gebäuden und Straßen abgesucht. Anschließend haben sie die Satellitenbilder mit einem Raster versehen und besonders betroffene Gebiete farbig hervorgehoben.

Mit den so entstandenen Karten können die Einsatzkräfte vor Ort besser koordiniert werden. Eingezeichnet haben die Wissenschaftler außerdem zerstörte Gebäude und Flächen, auf denen Hilfsorganisationen mobile Krankenhäuser oder Wasseraufbereitungsanlagen aufbauen können. "Die Helfer vom Roten Kreuz haben Ausdrucke im Gepäck", sagt DLR-Wissenschaftler Tobias Schneiderhan, der die Arbeit des Zentrums für satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) koordiniert. Das ZKI ist an einer internationalen Initiative von Raumfahrtagenturen bei Naturkatastrophen beteiligt.

Auch das Einsatzzentrum der Vereinten Nationen in Haiti arbeitet nach Schneiderhans Angaben bereits mit den ausgewerteten Satellitenbildern. Die detaillierten Schadensanalysen stehen auf der Website des DLR zum Abruf bereit . Als nächstes sollen Bilder von ebenfalls betroffenen Städten in der Region ausgewertet werden - die zum Teil aber erst noch von Satelliten fotografiert werden müssen.

Die hoch aufgelösten Rohdaten müssen dann schnell in allgemein verständliches Kartenmaterial übersetzt werden, "damit die Helfer im Katastrophengebiet wissen, wo überhaupt noch Straßen befahrbar sind, wo Häuser stehen, wo Freiflächen wie etwa große Parkplätze oder Stadien sind, die beispielsweise für Soforthilfe-Einrichtungen genutzt werden können", so Schneiderhan.

ore/apn