Größter Tunnelbohrer der Welt Bertha soll wieder bohren

Der größte Tunnelbohrer der Welt sollte den Weg für eine unterirdische Autobahn in Seattle ebnen. Doch im Dezember traf Bertha auf ein Hindernis, seither steht sie still. Nun soll das Monstrum wiederbelebt werden - 18 Meter unter der Erde.

AP

Seit Dezember wartet Bertha unter Seattle auf ihre Rettung. Der größte Tunnelbohrer der Welt, seit dem Sommer im Einsatz, hatte erst ein Achtel der 3,2 Kilometer langen Strecke geschafft, entstehen soll hier eine unterirdische Autobahn unter der US-amerikanischen Stadt. Doch dann stieß Bertha auf ein unbekanntes Hindernis - und steht seitdem still. Seither bemühen sich die Verantwortlichen um ihre Wiederbelebung. In einer der wohl ungewöhnlichsten Reparaturaktionen überhaupt.

Knapp 18 Meter unter der Erde ruht die Maschine derzeit, die nach der früheren Bürgermeisterin Bertha Knight Landes benannt wurde. Sie ist der größte Tunnelbohrer der Welt, hat einen Durchmesser von 17,5 Meter und verfügt sogar über einen eigenen Twitter-Account. Die Kosten für den Bau des neuen Highway 99 sind wegen der unerwarteten Komplikationen um mindestens 125 Millionen Dollar gestiegen, umgerechnet mehr als 90 Millionen Euro. Das ist die Summe, die man für die Rettung Berthas laut "New York Times" voraussichtlich aufwenden muss. Im März 2015 hoffen die Verantwortlichen, endlich weiterbohren zu können - wenn die Operation gelingt.

Seit das unerwartete Hindernis - eine Stahlröhre, schreibt die "New York Times" - die Maschine zum Jahresende 2013 stoppte, arbeitet man an einer Lösung. Eigentlich wollte man laut Zeitplan schon im Juli die Grube, die für die Reparatur von Bertha nötig ist, ausgehoben und die zugehörigen Stützbauten um sie herum errichtet haben. Jetzt ist es offenbar - mit einiger Verzögerung - so weit: Laut US-Verkehrsministerium können die Reparaturarbeiten im August abgeschlossen werden.

Laut "Seattle Times" soll später ein Kran das vordere Ende der 2000 Tonnen schweren Bertha bis auf Straßenhöhe anheben, damit Arbeiter beschädigte Teile austauschen und den Bohrkopf verstärken können. Für Februar sind erste Tests geplant.

Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass man trotz der Verzögerungen wie angekündigt im März mit der eigentlichen Arbeit fortfahren kann - 16 Monate, nachdem sie zum Erliegen kam. Dann soll Bertha endlich wieder bohren können.

emt



insgesamt 25 Beiträge
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Hamberliner 02.08.2014
1. Herstellerangabe fehlt.
Zitat von sysopAPDer größte Tunnelbohrer der Welt sollte den Weg für eine unterirdische Autobahn in Seattle ebnen. Doch im Dezember traf Bertha auf ein Hindernis, seither steht sie still. Nun soll das Monstrum wiederbelebt werden - 18 Meter unter der Erde. http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/seattle-der-weltgroesste-tunnelbohrer-bertha-wird-repariert-a-984163.html
Eine wesentliche Information fehlt: Wer das gute Stück denn hergestellt hat. Ich ergoogle: Hitachi in Osaka. Kein deutsches Unternehmen (Herrenknecht), sehr schade. Aber immerhin auch kein chinesisches, das ist tröstlich. Daumen hoch für die Japaner.
Thunder79 02.08.2014
2. Was mach interessieren würde,
wo kommt denn die 'unbekannte' Stahlröhre her??
fs123 02.08.2014
3. Herrenknecht und
@Hamberliner: zum einen ist Herrenknecht seit 1995 in China aktiv und kooperiert auch mit dortigen Firmen. Zum anderen ist Herrenknecht anscheinend nicht gern ein "deutsches Unternehmen". Er hat bereits mehrfach gedroht, den Firmensitz ins Ausland (Schweiz, China) zu verlegen. Und er schwärmt gerne von den Möglichkeiten in China, jedenfalls wenn es um die Durchsetzungsfähigkeit der Regierung für Großprojekte geht. Oder anders ausgedrückt: er hat überhaupt kein Problem mit undemokratischen Verhältnissen, solange es seinem Geschäft nutzt. Soll er doch nach China gehen.
NeoTiger 02.08.2014
4.
Zitat von HamberlinerEine wesentliche Information fehlt: Wer das gute Stück denn hergestellt hat. Ich ergoogle: Hitachi in Osaka. Kein deutsches Unternehmen (Herrenknecht), sehr schade. Aber immerhin auch kein chinesisches, das ist tröstlich. Daumen hoch für die Japaner.
Was wäre an einem chinesischen Tunnelbohrer in deinen Augen denn so schlimm?
beteigueze 02.08.2014
5. Hitachi
Zitat von HamberlinerEine wesentliche Information fehlt: Wer das gute Stück denn hergestellt hat. Ich ergoogle: Hitachi in Osaka. Kein deutsches Unternehmen (Herrenknecht), sehr schade. Aber immerhin auch kein chinesisches, das ist tröstlich. Daumen hoch für die Japaner.
In Sachen Maschinenbau sind die Japaner die einzige wirklich Ernst zu nehmende Konkurrenz. Die Jungs in Nippon sind wirklich gut. Doch während die unseren "nur" Supermaschinen bauen können, stellen die Hitachi-Leute auch noch Supercomputer her.
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