"Solar Impulse 2" Solarflieger meistert erste Etappe der Weltumrundung

Das Solarflugzeug "Solar Impulse 2" ist am Montagabend nach 13 Stunden Flugzeit in Oman gelandet. Doch die wirklich harten Prüfungen stehen den Piloten erst noch bevor.

REUTERS

Oman - Die Schweizer Flugpioniere Bertrand Piccard und André Borschberg haben die erste Etappe ihrer Weltumrundung mit dem Solarflugzeug "Solar Impulse 2" gemeistert. Die von vier solarbetriebenen Elektromotoren angetriebene Maschine landete am Montagabend um 20.14 Uhr Ortszeit (17.14 MEZ) im Sultanat Oman.

Für die rund 430 Kilometer von Abu Dhabi nach Maskat in Oman benötigte das Solarflugzeug 13 Stunden und zwei Minuten. Doch Piccard und Borschberg haben noch einen weiten Weg vor sich: Die insgesamt 35.000 Kilometer ihrer Weltreise wollen sie an 25 Flugtagen innerhalb von fünf Monaten zurücklegen.

Nun soll es weitergehen nach Indien, Burma und China, bevor das Flugzeug über den Pazifik fliegt und die USA überquert. Von dort soll "Solar Impulse 2" über den Atlantik nach Südeuropa fliegen, um dann über Nordafrika zurück nach Abu Dhabi zu gelangen. Die Überquerungen der beiden Ozeane werden die anspruchsvollsten Abschnitte sein: Der jeweilige Pilot muss dann mehrere Tage und Nächte das Flugzeug allein steuern.

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"Solar Impulse 2": Einmal um die Welt ohne Treibstoff
"Solar Impulse 2" soll das erste Solarflugzeug werden, das die Welt umrundet. Mit dem Flugzeug, das ganz ohne Treibstoff auskommt, wollen die beiden Flugpioniere für erneuerbare Energien werben. "Wir wollen unsere Vision einer sauberen Zukunft teilen", sagte Borschberg vor dem Abflug am Montag. Der Klimawandel biete die "fantastische Gelegenheit", neue grüne Technologien auf den Markt zu bringen, die dabei helfen würden, die Ressourcen des Planeten zu bewahren. Zugleich würden sie neue Arbeitsplätze und wirtschaftliches Wachstum schaffen.

Die Reise um die Welt ist das Ergebnis von zwölf Jahren Forschung. Angetrieben wird das nur 2,5 Tonnen schwere Flugzeug aus Karbonfasern von 17.000 Solarzellen auf den 72 Meter langen Flügeln. Dies ist fast ebenso so viel wie die Spannweite eines Airbus A380, während das Gewicht gerade einmal einem Prozent des weltgrößten Passagierjets entspricht. "Solar Impulse 2" fliegt allerdings lediglich mit einer Geschwindigkeit von 50 bis 100 Stundenkilometer auf einer Höhe von maximal 8500 Metern.

Die Reise sei vor allem "eine menschliche Herausforderung", sagte Borschberg. Der frühere Militärpilot und sein Kollege Piccard lösen sich bei den Etappen am Steuer des Einsitzers ab. Den ersten Abschnitt nach Maskat flog Borschberg, anschließend ist Piccard an der Reihe. Piccard stammt aus einer Schweizer Forscher- und Abenteurerfamilie. Insgesamt werden die beiden von 130 Mitarbeitern unterwegs sowie in der Kontrollzentrale in Monaco unterstützt.

Im Jahr 1999 gelang es Piccard als Erstem, ohne Zwischenstopp die Welt in einem Ballon zu umrunden. Mit "Solar Impulse 1" unternahmen die beiden Flugpioniere im Jahr 2013 bereits mehrere lange Flüge in Europa, Marokko sowie quer durch die USA. Ursprünglich sollte "Solar Impulse 2" bereits am Samstag in Abu Dhabi starten. Weil es aber in der Region sehr windig war, wurde der Start auf Montagmorgen verschoben.

mbe/AFP

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Seite 1
hansulrich47 09.03.2015
1. Sagenhaft!
430 km in 13 Stunden! Im Flugzeug! Ironie aus: Ich frag mich was soll das? Klar ist das Solarflugzeug neu und es hat noch keiner mit so 'nem Teil die Welt umrundet. Aber deshalb ist es weder toll noch bringt es die Menschheit weiter. In 13 Stunden wär es auch mit dem Fahrrad möglich gewesen, von Abu Dhabi nach Oman zu fahren. Da ist ja ein Zeppelin die bessere Lösung: Den kann man auch mit Solarzellen zupappen und die Motoren elektrisch betreiben und in der Gondel drunter wäre es wahrscheinlich bequemer. Immerhin bräuchte dieses Flugzeug 4 bis 5 Tage für New York - Frankfurt. Zurück ging es wegen des üblichen Westwinds vermutlich nie. Eine Sache, die die Welt nicht wirklich braucht!
xvxxx 09.03.2015
2.
Irgendwie gelingt es mir nicht die Leistung an Tag 1 zu würdigen, die vermutlich mit einem Segelflugzeug (ersatzweise einem Fahrrad, wie ganz richtig geschrieben) auch zu schaffen gewesen wäre. Aber vielleicht müssen sich alle erst mal richtig warm fliegen. Ich bin schon gespannt wie die längeren Etappen über Ozean funktionieren, in dem Tempo können die Piloten die wohl möglichen 61 ununterbrochenen Tage in der Luft gnadenlos ausreizen.
o_280189843001 09.03.2015
3.
Ich finde die Sache ganz toll . Warum die Flugzeugindustrie oder Airline das nicht hinein nehmen . Und wenn es nur die Beleuchtung wäre im Flugzeug , es würde weniger Sprit bedeuten . Und weniger Belastung unseres Planeten . Es ist nicht nur die Industrie oder das Auto oder der Straßenverkehrs , nein auch diese Massen an Flugzeugen am Himmel und da ist der Weg zu den Atmosphären kleiner und direkter . Wir denken immer nur an die Industrie am Boden , wir vergessen alles was wir mit Verbrennung verursachen . Es zeigt das diese Technik funktioniert und einetzbar ist . Ich wünsche dieser Crew eine gute Reise und Erfolge in der Zukunft . Alle Achtung !
m a x l i 09.03.2015
4. Warum so spaßfeindlich?
Zitat von hansulrich47430 km in 13 Stunden! Im Flugzeug! Ironie aus: Ich frag mich was soll das? Klar ist das Solarflugzeug neu und es hat noch keiner mit so 'nem Teil die Welt umrundet. Aber deshalb ist es weder toll noch bringt es die Menschheit weiter. In 13 Stunden wär es auch mit dem Fahrrad möglich gewesen, von Abu Dhabi nach Oman zu fahren. Da ist ja ein Zeppelin die bessere Lösung: Den kann man auch mit Solarzellen zupappen und die Motoren elektrisch betreiben und in der Gondel drunter wäre es wahrscheinlich bequemer. Immerhin bräuchte dieses Flugzeug 4 bis 5 Tage für New York - Frankfurt. Zurück ging es wegen des üblichen Westwinds vermutlich nie. Eine Sache, die die Welt nicht wirklich braucht!
Man muss die Sache ja nicht so eng sehen, dass die Solarpiloten vorhaben, damit den Flugverkehr sofort total umzukrempeln. Sehen Sie es doch als Abenteuer, Hobby (nicht jedes Hobby muss die Menschheit voranbringen), Freude an der Herausforderung etwas Neues und Schwieriges auszuprobieren (nicht Jedermanns Sache) und nicht zuletzt originelle Werbung für erneuerbare Energie - frei nach dem Motto: Was ein Flugzeug einmal um die Welt herum bringt, wird auch in der Lage sein, meinen Toaster aufzuwärmen. Und ein ganz dickes Plus: Am Ende der Reise kommt das Solarflugzeug ohne einen Sack voll Atommüll an. Sonst wäre die Reise erst nach einer Million Jahre oder so richtig beendet und abgeschlossen - anstatt nach 25 Flugtagen innerhalb von fünf Monaten.
quams 09.03.2015
5. lustig...
Immer wieder lustig, wie bei solcherlei gearteten Artikeln sofort alle "das-brauch-die-Welt-nicht-weil-ich-es-so-sage" Menschen aus ihren Löchern kommen. Immerhin sind es diesmal die sportlichen die problemlos 430km in 13h radeln. Durch die Wüste. Und da die finanzielle Hauptlast in der Privatwirtschaft liegt zieht die Steuergeldverschwendung nicht. Schade, was? Als Ingenieur finde ich solche Projekte immer klasse und bin höchstens neidisch nicht daran mit zu arbeiten. Denn bei diesen Dingen wird der Stand der Technik nämlich immer ein gewaltiges Stück weiter gebracht. Von Akku-Technologien über extrem Leichtbau ist da alles dabei. Und dann wird das Alles auch noch wirklich hart getestet. Die Daten die dabei erhoben werden sind immens interessant. Denn im Gegensatz zur Wirtschaft funktioniert bei F&E das Trickle-Down-Prinzip.
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