Landung in Spanien Solarflugzeug meistert Atlantik-Überquerung

70 Stunden dauerte der Flug - nun ist "Solar Impulse 2" sicher in Spanien gelandet. Es war der erste Atlantik-Überflug mit einer Maschine, die ausschließlich Sonnenenergie nutzt.

EPA/ JOSE MANUEL VIDAL

Der Weg über den Atlantik war weit - doch "Solar Impulse 2" hat ihn gemeistert. Nach der Überquerung des Ozeans ist das sonnengetriebene Flugzeug in Sevilla gelandet. Wie das Team via Twitter mitteilte, brauchte die Maschine insgesamt 70 Stunden. Dies sei die erste Atlantiküberquerung eines Solarflugzeugs gewesen.

"Solar Impulse 2" legte den Flug von New York nach Sevilla ohne Zwischenlandung zurück. Die Maschine benötigte etwa 20 Stunden weniger Zeit als ursprünglich geplant. "Wir wollen eine neue Welt repräsentieren, eine Welt mit sauberer Technologie", sagte der Pilot Bertrand Piccard über die Motivation der Schweizer Sonnenflieger. "Die Zukunft ist sauber, und sie hat jetzt begonnen."

17.000 Solarzellen

Die Abenteurer und Wissenschaftler Piccard und André Borschberg wollen mit der Weltumrundung für die Nutzung erneuerbarer Energien werben. Mehr als 17.000 Solarzellen auf den Tragflächen liefern die Energie für die vier Elektromotoren der einsitzigen Karbonfasermaschine, die eine Spannweite von 72 Metern hat. Die normale Fluggeschwindigkeit liegt bei 48 Stundenkilometern. Bei starkem Sonnenschein kann "Solar Impulse 2" doppelt so schnell fliegen.

Das Projekt soll die Möglichkeiten der Solarenergie aufzeigen - für einen großflächigen Einsatz in der Luftfahrt taugt die Technologie dagegen nicht. Das liegt daran, dass die Energiedichte von Batterien dramatisch niedriger ist als die von Kerosin, mit dem Flugzeuge normalerweise fliegen. Das bedeutet: Ein Solarflugzeug wird nie viel mehr als den Piloten und einen Berg von Akkus durch die Luft transportieren können.

Wie hält man das durch? Fragen an den Piloten:

Die Weltumrundung hatte im März 2015 im Golfemirat Abu Dhabi begonnen. Danach war "Solar Impulse 2" über Indien und China nach Hawaii geflogen. Auf der 8300 Kilometer langen Reise von Japan nach Hawaii stellte das Team einen neuen Strecken-Weltrekord für Solarflugzeuge auf.

Bei dem 120-Stunden-Flug wurden allerdings die Batterien beschädigt. Piccard und Borschberg, die sich bei den Flügen in dem Einsitzer abwechseln, mussten auf der Pazifikinsel eine neunmonatige Pause einlegen. Im April gelang dann der Weiterflug von Hawaii nach Kalifornien. Für die 4300 Kilometer benötigte "Solar Impulse 2" 62 Stunden.

hda/dpa



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darthmax 23.06.2016
1. 3 Tage
ununterbrochen im Pilotensitz. Hmm...
hansulrich47 23.06.2016
2. ist ja toll!
Jetzt hat es auch der Autor des Artikels verstanden! Dieses Solarflugzeug ist völlig sinnfrei. Wegen der geringen Energiedichte in jeder (!) Batterie, wird elektrisch Fliegen nicht für längere Strecken machbar sein! Das tolle Gerät hat für die Erdumrundung ja auch nur über ein Jahr gebraucht. Gut, Magellans Mannschaft braucht drei Jahre, aber die hatten ja vor ein paar hundert Jahren nicht mal einen blassen Dunst, was vor ihnen lag .... Dieses Flugzeug ist nichts als der Versuch mal einen neuen Rekord zu machen, zu zeigen was geht, wenn Gled und Zeit keine Rolle spielen, der typische Unfug gelangweilter Millionäre und Sponsoren.
Günter Rudolphi 23.06.2016
3. Glückwunsch an die Piloten
und an das ganze Team am Boden. Und die schnelle Berichterstattung darüber ist ja auch fast schon rekordverdächtig. Die großen Schlagzeilen werden heute allerdings die Briten liefern mit dem Referendum in Großbritannien.
Clownsyndrom 23.06.2016
4. Na, Hans-Ulrich, warum so Technikfeindlich?
Das waren noch Zeiten, als man das Benzin noch in Apotheken kaufen mußte, quasi fürn Appel und n Ei. Ich datiere den Satz jetzt einfach mal 100 Jahre zurück: "Dieses "Auto" ist nichts als der Versuch mal einen neuen Rekord zu machen, zu zeigen was geht, wenn Gled und Zeit keine Rolle spielen, der typische Unfug gelangweilter Millionäre und Sponsoren." Na? Merkste was? Und jetzt ist halt eine neue Technologie in den Kinderschuhen. Aber Hans-Ulrich weiß, daß es direkt fürn Mors ist und das man da keine weitere Energie reinstecken sollte.
felisconcolor 23.06.2016
5. Ich finde es toll
das sie es geschafft haben. Jaaa manche kanzeln die Sache als einen blöden Scherz zu reicher Jungs ab. Aber da spricht eher nur der Neid nicht selbst mal mit was aus den Hufen zu kommen. und zu Zitat "Das bedeutet: Ein Solarflugzeug wird nie viel mehr als den Piloten und einen Berg von Akkus durch die Luft transportieren können." Sage ich nur IBM "die Welt wird nicht mehr als 4 oder 5 Computer brauchen" oder "Niemand hat vor eine Mauer zu bauen" "Menschen können die wahnsinnigen Geschwindigkeiten einer Eisenbahn nicht aushalten" " Wenn das mit den pferden so weiter geht steht Ney York knietief in der Scheisse" die Reihe liesse sich beliebig fortsetzen. Bislang sind wir immer wieder überrascht worden. Ausserdem Herr hansulrich47 Das Gerär ist mit Akkumulatoren geflogen, die Versorgung mit frischen Batterien wäre über den Ozeanen wohl schwierig geworden. Also wenn lästern dann bitte auch richtig. ;-) Sonst lästern andere (btw. im Artikel steht es an einigen Stellen auch falsch.
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