Trotz starkem Gegenwind "Solar Impulse 2" sicher in China gelandet

Die Etappe Burma-China hat "Solar Impulse 2" geschafft, trotz einiger Probleme landete das Solarflugzeug in Chongqing. Der schwierigste Teil der Erdumrundung steht den Schweizer Piloten nun bevor: Es geht nach Hawaii.

AFP

Chongqing - Trotz unerwartet starken Gegenwindes hat der Schweizer Sonnenflieger "Solar Impulse 2" die nächste Etappe seiner Weltumrundung bewältigt. Nach mehr als 20 Stunden landete das Solarflugzeug am Montag verspätet weit nach Mitternacht Ortszeit sicher auf dem Flughafen der südwestchinesischen Metropole Chongqing.

Im Cockpit saß diesmal der Schweizer Abenteurer Bertrand Piccard. Der 57-Jährige Pilot und sein Kollege André Borschberg (62) wollen mit der ersten Erdumrundung eines Solarfliegers für den Einsatz und die Möglichkeiten von Sonnenenergie werben. Die Reise begann am 9. März im Golfemirat Abu Dhabi.

André Borschberg (r.) und Bertrand Piccard vor dem Start
REUTERS

André Borschberg (r.) und Bertrand Piccard vor dem Start

Zunächst verzögerte der starke Gegenwind den Anflug auf Chongqing. Später hieß es zudem, die Landung habe auch wegen des dichten Flugverkehrs auf dem stark frequentierten Flughafen verschoben werden müssen. Wegen schlechten Wetters musste die zunächst schon an diesem Dienstag erwogene nächste Etappe nach Nanjing in Ostchina wieder abgesagt werden. "Wir haben uns für den sicheren Weg entschieden, den Flug zu verschieben", sagte Flugdirektor Raymond Clerc.

Solarzelle defekt

Die Verzögerung verursache Probleme für die Organisation des weiteren Fluges, aber Sicherheit gehe vor, betonte der Flugdirektor. Wie viele Tage gewartet werden müsse, sei unklar. "Wir müssen einfach eine neue Lösung für Nanjing finden", sagte Clerc. "Ich bin immer zuversichtlich, sonst gehörte ich nicht zu diesem Team."

Trotz einer defekten Solarzelle klappte der 1375 Kilometer weite Flug von Mandalay in Burma nach China reibungslos. Allerdings galt es, starken Wind, die hohen Ausläufer des Himalaya-Gebirges und eine große Flughöhe mit extremen Minustemperaturen zu meistern. Die beiden Abenteurer wechseln sich bei den Flügen im Cockpit ab.

Wegen des Schadens an einer Solarzelle fehlten dem Flugzeug zwei Prozent der sonst verfügbaren Energie. Der Defekt habe aus Zeitgründen in Mandalay nicht repariert werden können, teilte die Flugkontrolle mit. Eine einzelne Zelle könne nicht einfach ausgewechselt werden, sodass acht Zellen abgeschaltet werden mussten. So musste die Energie auf alle Batterien gleichmäßig neu verteilt werden.

In Burma hatte die "Solar Impulse 2" schon einen zehntägigen Zwischenstopp einlegen müssen, um auf besseres Wetter in China zu warten. Vor dem Start am frühen Morgen verkündete Piccard endlich: "Das Wetter ist gut." Jedoch gab es viel Wind und hohe Wolken. "Wir müssen ziemlich hoch über den Wolken und über den Bergen fliegen", sagte Piccard. Er dankte Chinas Behörden für die Flugerlaubnis.

Weiter nach Hawaii

Sofort nach dem Start in Burma baute das Begleitteam seinen aufblasbaren Hangar ab und flog nach Chongqing, wobei diese Maschine den Solarflieger überholte. Vom Flugzeugfenster aus habe er "Solar Impulse 2" sehen können, berichtete Borschberg auf Twitter. Piccard postete vor der chinesischen Grenze ein Foto von seinem Mittagessen in 7300 Meter Höhe mit Inkareis, Taboulé und Dinkelweizen. Wegen der großen Höhe musste er zeitweise eine Sauerstoffmaske aufsetzen.

Von Nanjing in Ostchina aus soll der Pazifik überquert und Hawaii angeflogen werden. Das gilt als der schwierigste Teil der Erdumrundung. Um über den Pazifik zu kommen, wird das Flugzeug fünf Tage und Nächte in der Luft bleiben müssen. Ähnlich schwierig dürfte später auch der Flug über den Atlantik von New York aus werden.

Angetrieben wird das Karbonfaser-Flugzeug von vier Elektromotoren. Mit 72 Metern hat es eine größere Spannweite als ein Jumbojet, wiegt aber gerade soviel wie ein Mittelklassewagen. Ende Juli oder Anfang August soll die 35.000 Kilometer lange Reise am Persischen Golf enden.

nik/dpa



insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
tempus fugit 31.03.2015
1. Tolle Leistung...
...aber war auch von Bertrand Piccard nicht anders zu erwarten! Elegant und leicht, wie sich dieser Flieger um die Welt bewegt! Das ist schon ein wissenschaftlicher Abenteurer - nicht so einer mit Dauerblick nach hinten! PV-anwendungen stecken noch in den Kinderschuhen, nicht was das Fliegen angeht, aber wie man die 10.000-fache SonnenEnergie intelligent und nachhaltig nutzt. Dessen, was die Menschen ds. Welt brauchen. Statt die dümmste, gefährlichste, teuerste und hinterfotzigste Technik (Atommeiler...), um Wasser heiss zu machen um mit dem Dampf Strom zu machen.
laxness 31.03.2015
2. totaler Blödsinn
die Maschine, die mitfliegt ist ein Anatonov Riesentransporter, der die Traglufthalle und das ganze andere Gerümpel mit seeeehr viel Kerosin um die Erde kutschiert. Die Traglufthalle braucht das Spinnenteil, denn ungeschützt im Freien würde es sich schon bei moderaten Lüftchen in die Einzelteile zerlegen. Absoluter Schwachsinn diese ganze Aktion.
hansulrich47 31.03.2015
3. Stimme zu!
Zitat von laxnessdie Maschine, die mitfliegt ist ein Anatonov Riesentransporter, der die Traglufthalle und das ganze andere Gerümpel mit seeeehr viel Kerosin um die Erde kutschiert. Die Traglufthalle braucht das Spinnenteil, denn ungeschützt im Freien würde es sich schon bei moderaten Lüftchen in die Einzelteile zerlegen. Absoluter Schwachsinn diese ganze Aktion.
Das ist grenzwertiger Blödsinn, was hier fabriziert wird. Statt Lobhuddelei sollte der irrwitzige Aufwand, der in keinem Verhältnis zur erbrachten Leistung steht, bei Berichten über diesen "Rekordflug" im Vordergrund stehen. Die Leistung trotz Gegenwind zu fliegen, wirkt nach zehn (!) Tagen Wartezeit ziemlich mickrig. Die Geschwindigkeit für die zurückgelegte Strecke liegt unter 70 km/h. Mir stellt sich die Frage: Ist das ein rekordverdächtiges Unterfangen oder ist es eher die Realisierung des Wunschs gelangweilter, geldgebender Millionäre mal etwas Besonderes zu machen? Die Sponsoren hätten mit ihrem Geld sehr, sehr leicht Sinnvolleres finanzieren können!
tempus fugit 31.03.2015
4. Genau,...
Zitat von hansulrich47Das ist grenzwertiger Blödsinn, was hier fabriziert wird. Statt Lobhuddelei sollte der irrwitzige Aufwand, der in keinem Verhältnis zur erbrachten Leistung steht, bei Berichten über diesen "Rekordflug" im Vordergrund stehen. Die Leistung trotz Gegenwind zu fliegen, wirkt nach zehn (!) Tagen Wartezeit ziemlich mickrig. Die Geschwindigkeit für die zurückgelegte Strecke liegt unter 70 km/h. Mir stellt sich die Frage: Ist das ein rekordverdächtiges Unterfangen oder ist es eher die Realisierung des Wunschs gelangweilter, geldgebender Millionäre mal etwas Besonderes zu machen? Die Sponsoren hätten mit ihrem Geld sehr, sehr leicht Sinnvolleres finanzieren können!
...die hätten damit z.B. der LB-Bayern oder anderen Bankstern unter die Arme greifen können... Beispielsweise! Oder nach Japan überweisen können, wegen den 4-so supersicheren Atommeilern. Oben sauberes Wasser rein, unten radioaktives raus und ab in den Pazifik! Also 'Sinnvolles' aufzuführen, ist nun wirklich sehr einfach!
hansulrich47 31.03.2015
5. @tempus fugit
es ist wirklich schrecklich einfach "Sinnvolleres" zu beschreiben: z. B. einen Kindergarten auszubauen und die Kita-Mitarbeiter besser zu bezahlen! Das ist nicht spektakulär und wird vermutlich von Ihnen wieder mit ironischem Spott kommentiert. Nur, wer sich mit Irrwitzigem verzettelt, hinterlässt der Nachwelt vielleicht Pyramiden und Kathedralen, gibt aber der Allgemeinheit wohl kaum mehr Lebensqualität. Das ist der Unterschied: Soll es Vielen gut gehen, oder Einer ein Denkmal haben?
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