Hologramm bis Laserschwert Wie viel "Star Wars" ist schon Wirklichkeit?

Science-Fiction-Filme wie "Star Wars" und "Star Trek" haben reale Erfindungen inspiriert. Die Droiden R2D2 und C-3PO wären in Wirklichkeit allerdings wohl längst verschrottet.
Wann kommen die ersten Lichtschwerter?

Wann kommen die ersten Lichtschwerter?

Foto: Patrick T. Fallon/REUTERS

Zurzeit fliegen im Kino wieder Raumschiffe im Hyperraum, werden Lichtschwerter gekreuzt und Laserwaffen abgefeuert. Doch wie viel wissenschaftliche Realität steckt in den "Star Wars"-Filmen wie dem aktuellen Werk "Der Aufstieg Skywalkers"? Könnten sie Wissenschaft und Technik inspirieren, haben sie das gar schon?

Grundsätzlich ist es laut Andreas Böhn vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) nicht verwunderlich, dass Science-Fiction-Geschichten technische Entwicklungen vorwegnehmen.

Stahl zum Schmelzen bringen

So ließ Jules Verne seine Helden im Roman "Von der Erde zum Mond" von einer Stelle in Florida aus starten, die nicht weit entfernt liegt vom heutigen amerikanischen Weltraumbahnhof Cape Canaveral. Und Herbert George Wells schrieb schon 1906 über Panzer, zehn Jahre bevor sie im Ersten Weltkrieg erstmals zum Einsatz kamen.

Eine Erfindung aus den "Star Wars"-Filmen, die bereits Wirklichkeit geworden ist, sind Laserkanonen. Die US-Marine testete sie bereits vor fünf Jahren an einem Schiff, kürzlich stellte die Firma Rheinmetall die neueste Generation vor. Mit den neuen Laserkanonen können beispielsweise Stahlträger in einem Kilometer Entfernung geschmolzen und kleinere Drohnen vom Himmel geholt werden.

Im Video: U.S. Air Force testet Laserkanone

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Kürzlich wurde eine weitere Technologie aus einer "weit, weit entfernten Galaxis" Wirklichkeit: ein bewegtes Hologramm mit Klängen. Es basiert auf einem Polystyrol-Kügelchen, auf das mit rotem, grünem und blauem Licht ein dreidimensionales und vielfarbiges Bild projiziert wird. Das Kügelchen wird durch den Schalldruck aus Ultraschall-Lautsprechern blitzschnell hin- und herbewegt. Allerdings sind diese Lichterscheinungen noch recht klein.

Auch die "Droiden" genannten Roboter scheinen der Verwirklichung nahe zu sein. Doch die Technik ist noch längst nicht so weit, Roboter so selbstständig handeln zu lassen, wie es R2D2 oder C-3PO in "Star Wars" tun.

Sollte es eines Tages selbst denkende Roboter geben, wäre ihre Lebensdauer wohl viel kürzer als die ihrer berühmten Vorbilder. In der "Star Wars"-Filmreihe sind die Droiden 67 Jahre lang im Einsatz, ohne veraltet zu erscheinen. Die heutige technische Entwicklung läuft im Vergleich viel schneller ab - R2D2 und C-3PO wären wohl längst verschrottet oder stünden im Museum.

Teilweise kommen die Waffen aus "Star Wars" auch in einem ganz anderen Zusammenhang zum Einsatz. Forscher der University of Liverpool nutzen beispielsweise das Prinzip von Protonentorpedos, mit denen Luke Skywalker den ersten Todesstern sprengt, für die Bekämpfung von Tumoren. Bei der Therapie werden Tumorzellen gezielt mit einem Strahl aus Protonen beschossen, um diese zu zerstören.

Tesla hat zudem vor Kurzem ein Patent auf Laser-Scheibenwischer angemeldet (Mehr dazu lesen Sie hier.)

Lichtschwerter wird es dagegen wohl nie geben. Zumindest kann sich bisher niemand eine Möglichkeit vorstellen, einen Laserstrahl so abrupt enden zu lassen, wie es bei der Klinge des Lichtschwerts der Fall ist.

Laut Hubert Zitt von der Hochschule Kaiserslautern käme am ehesten ein Strahl aus Plasma infrage - ein Gas, das teilweise aus energiereichen Elektronen besteht. Eine Klinge aus diesem Material wäre allerdings 200 Millionen Grad heiß. Entsprechend schwierig wäre es zu handhaben.

Auch " Star Trek" hat die Wissenschaft beeinflusst. So wurde die theoretische Machbarkeit eines Warp-Antriebs untersucht, den man durch das gezielte Krümmen der Raumzeit Überlichtgeschwindigkeit erreichen kann. Der Experimentalphysiker Metin Tolan von der Technischen Universität Dortmund hat ein Buch über die Star-Trek-Physik geschrieben. Die vor einigen Jahren erfolgreich gezeigte Quantenteleportation ist laut ihm vom "Beamen" in Star Trek inspiriert.

Hat Steve Jobs bei Captain Picard abgeguckt?

Mehr noch als die theoretische Wissenschaft seien technische Entwicklungen angeregt worden. Bereits in der ersten Staffel der Fernsehserie aus den Sechzigerjahren kommt ein Rollstuhl vor, der mit Gedanken gesteuert werden kann - solch ein Gerät gibt es mittlerweile.

"Während Captain Kirk noch Knöpfe drücken musste, brauchte Captain Picard nur noch zu wischen", erläutert Tolan einen weiteren technischen Fortschritt, der bei "Star Trek - The Next Generation" ab 1987 zu sehen ist. In dem Gerät, auf dem Picard herumwischt, sieht Tolan einen Tablet-Computer, wie er 2010 erstmals mit dem iPad von Apple vorgestellt wurde. Überhaupt, vermutet Tolan, hätten die Kommunikatoren bei Mobiltelefonen Pate gestanden.

koe/dpa
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