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Rakete im Eigenbau Mit Kerzenwachs in die Stratosphäre

Die Treibstoffmischung aus Süßstoff, Kerzenwachs und Aluminiumpulver brennt nur 23 Sekunden - genug für einen Europarekord: Nachwuchsforscher haben eine Rakete mit ungewöhnlichem Antrieb in die Stratosphäre geschickt.

Länger als vier Jahre haben 40 Studenten an dem Projekt gearbeitet. Vor einem Jahr schien es bereits gescheitert - eine erste Rakete war beim Start verunglückt. Jetzt hat es geklappt.

21,4 Kilometer hoch ist ihre Rakete "Stratos II+" gestiegen, so hoch wie keine von Amateuren gebaute Rakete in Europa zuvor. Von Spanien aus haben sie das Geschoss bis in die Stratosphäre geschickt, jener sauerstoffarmen Schicht oberhalb der lebensfreundlichen Troposphäre.

Nachwuchswissenschaftler der Technischen Universität Delft in den Niederlanden haben die Rakete entwickelt. Mehr als eine halbe Million Computersimulationen des Starts hatten sie vorsichtshalber durchgeführt. Nach dem missglückten Start des Vorgängermodells "Stratos II" im vergangenen Jahr herrscht nun große Freude bei den Niederländern.

Die sieben Meter lange Rakete wird von einer Hybrid-Stufe angetrieben, also einer Kombination verschiedener Stoffe: Stickoxide kommen zum Einsatz, sowie eine Treibstoffmischung aus Süßstoff, Kerzenwachs und Aluminiumpulver. 23 Sekunden dauere es, bis der Stoff verbrannt sei, berichten die Nachwuchsforscher.

Das neue Ziel der Studentengruppe: Eine Rakete zu bauen, die es 100 Kilometer Höhe schafft, also bis an die Grenze zum Weltall aufsteigt.

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Foto: brooklynspaceprogram.org
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