Minensuche Ratten als Lebensretter

In Tansania werden für die Suche nach versteckten Landminen Ratten ausgebildet. Die Tiere sind moderner Technologie weit überlegen.


Riesenhamsterratte (Cricetomys) bei einer Übung im Juni
AFP

Riesenhamsterratte (Cricetomys) bei einer Übung im Juni

Auf dem Trainingsgelände in Morogoro in Tansania herrscht Betrieb dieser Tage. Ratten mit Halsbändern laufen über den Boden, sie werden ausgebildet für ihren Einsatz auf vermintem Gelände. Und sollen so helfen, Menschenleben zu retten.

Viele Jahre nach den Kriegen in Kambodscha, Vietnam, Laos und anderen Ländern sind Menschen dort immer noch in Gefahr: Landminen liegen vergraben unter der Erde, immer wieder treten Menschen darauf und sterben.

Aktivisten der Nichtregierungsorganisation Apopo trainieren Riesenhamsterratten (Cricetomys), um die Minen aufzuspüren. Die Tiere seien moderner Technologie weit überlegen: Gegenüber Metalldetektoren hätten Ratten eine 50-mal bessere Treffsicherheit - mit ihrem feinen Geruchsinn erschnüffeln die Tiere Sprengstoff.

Selbst Spürhunden seien Riesenhamsterratten überlegen: Die Tiere lernten schneller, sie benötigten weniger Futter und der Aufwand für die Zucht sei weitaus geringer, berichtet Apopo. Die Ausbildung zur Spürratte dauere höchstens ein Jahr.

Für die Ratten sei ihr Job nahe der Explosivstoffe wenig gefährlich. Wegen ihres geringen Körpergewichts lösen die Tiere selten Minen aus.

boj



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