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12. März 2013, 14:19 Uhr

Testbohrung

Japan fördert Methanhydrat aus der Tiefsee

Unter dem Meeresboden schlummern gewaltige Energiereserven - in Form von Methanhydrat. Japanische Forscher haben nun begonnen, das "brennende Eis" aus der Tiefsee zu fördern, die erste Testbohrung war erfolgreich.

Hamburg - Japan hofft auf neue Energiequellen in der Tiefe des Meeres: Schätzungen zufolge könnte sich das Land von den Methanhydrat-Vorräten vor seinen Küsten mehr als ein Jahrhundert lang mit Energie versorgen. Die Förderung des Gases ist allerdings sehr schwierig und kostspielig.

Forschern gelang es nach eigenen Angaben nun erstmals, Methanhydrat aus dem Meeresboden zu bergen. Der erfolgreiche Test fand etwa 80 Kilometer vor der Küste der zentralen Provinz Aichi statt, die auf der Hauptinsel Honshu liegt.

Methanhydrat ist in gefrorenem Wasser eingelagertes Methan, wegen seines Aussehens wird es auch "brennendes Eis" genannt.

Nach Angaben von Industrieminister Toshimitsu Motegi wurde der Test vor der Küste von Aichi jahrelang vorbereitet. Am Mittwoch gelang es den Forschern an Bord des Bohrschiffs "Chikyu" schließlich, vier Stunden lang Gas zu extrahieren, das einen Kilometer unter dem Meeresspiegel 330 Meter tief im Meeresboden lagerte.

Kommerzielle Förderung ab 2018 angepeilt

Ziel ist es, in dem ersten Test zwei Wochen lang Gas zu fördern. Dabei wird eine Technik eingesetzt, die sich den in großer Tiefe herrschenden Druck zunutze macht, um das Gas aus den unterseeischen Sedimenten zu pressen. "Wir wollen die Technik sicherer machen, um die Vorräte kommerziell abbauen zu können", sagte Motegi.

Trotz der extrem schwierigen Förderbedingungen strebt Japan nach Angaben des zuständigen Konsortiums an, Methanhydrat ab 2018 kommerziell zu fördern. Japan muss derzeit 95 Prozent seines Energiebedarfs importieren.

Bekannt wurde Methanhydrat auch durch den Roman "Der Schwarm" des deutschen Autors Frank Schätzing, der in dem Zukunftsszenario mögliche katastrophale Folgen der Förderung aus der Meerestiefe beschreibt. Auch Wissenschaftler fürchten, dass ein großflächiger Abbau der Gashydrate das Abrutschen von Küstenhängen in der Meerestiefe zur Folge haben könnte.

wbr/AFP

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