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Partikel aus Turbinen Flughafenanwohner können mehr Ultrafeinstaub ausgesetzt sein

Er kann tief in die Lunge eindringen und sogar ins Blut: Ultrafeinstaub gilt als mögliche Gesundheitsgefahr. Eine Studie zeigt nun, wie sich die Partikel rund um den Flughafen Frankfurt ausbreiten.
aus DER SPIEGEL 11/2021
Frachtmaschine am Flughafen Frankfurt am Main: Fast die Hälfte des Ultrafeinstaubs entsteht am Boden

Frachtmaschine am Flughafen Frankfurt am Main: Fast die Hälfte des Ultrafeinstaubs entsteht am Boden

Foto: Boris Roessler / dpa

Wer nahe an einem Flughafen wohnt, kann erhöhten Ultrafeinstaubmengen ausgesetzt sein. Woher die Partikel kommen und wie sie sich genau in angrenzende Stadtteile ausbreiten, zeigt eine aufwendige Modellrechnung des Umweltbundesamts (Uba) am Beispiel des größten deutschen Flughafens Frankfurt am Main.

Ultrafeinstaub ist 25- bis 100-mal kleiner als Feinstaub. Er kann deshalb besonders tief in die Lunge und sogar ins Blut eindringen. Welche Gesundheitsrisiken das birgt, ist noch nicht vollständig geklärt. Bisher gibt es keine Grenzwerte für Ultrafeinstaub.

Der Modellrechnung zufolge trägt der Flughafen signifikant zur Ultrafeinstaubbelastung in angrenzenden Stadtteilen bei, insbesondere wenn der Wind häufig in die entsprechende Richtung bläst. In dem am stärksten betroffenen Gebiet trägt der Flughafen rund 25 Prozent zur gesamten Ultrafeinstaubbelastung bei.

Flughafen-Einfluss könnte noch größer sein

Die Rechnungen bestätigen teilweise die Daten von einzelnen Ultrafeinstaub-Messstationen rund um den Flughafen. Einer entsprechenden Analyse  des hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie zufolge spielt ebenfalls die Windrichtung eine entscheidende Rolle, ebenso die Nähe zum Flughafen.

Die Messdaten zeigen, dass der Einfluss des Flughafens allerdings noch größer sein könnte als in der Modellrechnung. Das legen Zahlen aus der Corona-Pandemie nahe, in der die Zahl der Starts und Landungen drastisch eingebrochen ist, zwischenzeitlich um bis zu 85 Prozent. In der Folge ging die Ultrafeinstaub-Menge an der am stärksten betroffenen Messstation im Stadtteil Frankfurt-Schwanheim um 44 Prozent zurück. Aus dem Umweltbundesamt hieß es dazu, dass die Modellrechnung noch nicht alle Faktoren richtig erfasse. Vermutlich sei die Hintergrundbelastung mit Ultrafeinstaub in der Berechnung zu groß, und die Flughafen-Emissionen zu klein. An diesen Punkten benötige es weitere Forschung.

Aus: DER SPIEGEL 11/2021

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Anders als Messstationen kann die Modellrechnung auch die Quellen des Ultrafeinstaubs abschätzen. 90 Prozent des Ultrafeinstaubs aus Flughäfen stammen demnach aus den Triebwerken der Flugzeuge, aber nur gut die Hälfte davon entsteht beim Starten und Landen. Die andere Hälfte verursachen die Maschinen, wenn sie am Boden fahren. Das Uba schlägt vor, Flugzeuge am Boden mit elektrischen Schleppern zu ziehen. Auch eine andere Zusammensetzung des Treibstoffs könne die Ultrafeinstaubbelastung reduzieren.

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