Posse um Forschungsschiff Untersuchungs­kommission ermittelt wegen "Boaty McBoatface"

Bei der Online-Abstimmung für den Namen eines britischen Polarschiffs hat sich ein Witzvorschlag durchgesetzt. Der wurde nicht berücksichtigt - nun wird ermittelt.
Grafik des geplanten Forschungsschiffs

Grafik des geplanten Forschungsschiffs

Foto: AFP/ NERC

"RRS Boaty McBoatface": Der Name sollte eigentlich nur ein Gag sein. Doch als ein ehemaliger BBC-Moderator ihn für ein neues Forschungsschiff vorschlug, hatte er nicht mit dem Humor der Briten gerechnet. Denn seine witzig gemeinte Idee setzte sich durch und gewann bei der Online-Abstimmung. Über die Wahl war der zuständige Natural Environment Research Council (Nerc) wenig amüsiert und teilte mit, man wollen einen Namen wählen, der der Sache angemessener wäre.

Den hat man nun gefunden: Das 200 Millionen Pfund teure Schiff, das 2019 vom Stapel laufen soll, wird nach dem britischen Tierfilmer David Attenborough benannt.

Doch das Verfahren um die Namensgebung hat nun britische Parlamentarier auf den Plan gerufen. Das Komitee für Wissenschaft und Technik will nun ermitteln, da der Name, der von der Mehrheit ausgewählt wurde, nicht berücksichtigt worden ist. Der Ausschuss des britischen Unterhauses befragt Medienberichten  zufolge dazu am Dienstag den Nerc-Chef Duncan Wingham.

Ed Vaizey, Minister für Kultur, hatte zuvor gesagt, dass die Regierung den Willen des Volks respektieren müsse. Dem hatte der Wissenschaftsminister Jo Johnson widersprochen und einen ernsthaften Namen gefordert.

Trost für "McBoatface"-Fans

Ziel der Untersuchungen ist es auch, herauszufinden, ob das Onlinevoting ein Erfolg war: "War es ein Triumph oder ein PR-Desaster?", fragte Nicola Blackwood, die Vorsitzende des Komitees.

Bei der Abstimmung mit mehr als 7000 Vorschlägen  hatte der Name "RRS Boaty McBoatface" fast 125.000 Stimmen erreicht. Boaty könnte man mit Bötchen übersetzen, McBoatface bedeutet so viel wie McBootsgesicht. Auch der nun verwendete Name nach Attenborough stand zur Auswahl, hatte aber nur knapp 11.000 Stimmen erhalten. Vorgeschlagen worden waren auch "RRS Its Bloody Cold Here" (Es ist arschkalt hier), "Ice Ice Baby" oder "RSS Usain Boat" - ein Sprachspiel mit dem Namen des Sprinters Usain Bolt.

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Die Idee, das Polarschiff "RRS Boaty McBoatface" zu nennen, kam von James Hand, einem Ex-Moderator der BBC. Später entschuldigte er sich, damit eine Kontroverse ausgelöst zu haben.

Immerhin gibt es aber noch ein kleine Entschädigung für die "Boaty McBoatface"-Fans: Der Vorschlag wurde nicht komplett ignoriert. Ein ferngesteuerter, gelber Tauchroboter, der von der Besatzung zu Forschungszwecken eingesetzt werden kann, soll nun diesen Namen tragen.

joe