700-Millionen-Dollar-Flieger US-Luftwaffe stellt neuen Tarnkappenbomber B-21 vor

Das Geheimnis ist gelüftet: Die US-Luftwaffe hat ihren neuesten Bomber vorgestellt, der mithilfe seiner Tarnkappentechnik feindliches Radar austricksen soll. Hundert der teuren Flieger will das US-Militär jetzt anschaffen.
Große Inszenierung, als das lang gehütete Geheimprojekt vorgestellt wird: Flugzeugbauer Northrop Grumman enthüllt den neuen Bomber B-21 Raider

Große Inszenierung, als das lang gehütete Geheimprojekt vorgestellt wird: Flugzeugbauer Northrop Grumman enthüllt den neuen Bomber B-21 Raider

Foto: David Swanson / REUTERS

Bis zu diesem Augenblick gab es kein Foto von dem neuen Flieger, nur Grafiken aus dem Computer. Umso aufwendiger geriet nun das Rollout mit großer Lichtshow, als die neueste Anschaffung der US-Luftwaffe beim Rüstungskonzern Northrop Grumman aus dem Hangar geschoben wurde. Es ist der Tarnkappenbomber B-21 Raider – das erste neue Bomber-Modell der Air Force seit Jahrzehnten.

Der B-21 ist dank neuester Technologie für gegnerische Radare noch schwieriger auszumachen als andere Tarnkappenbomber und kann theoretisch ohne Besatzung fliegen. Er kann sowohl atomar als auch konventionell bestückte Raketen abfeuern. Der Preis pro Flugzeug dürfte bei knapp 700 Millionen Dollar (rund 670 Millionen Euro) liegen, die US-Luftwaffe will mindestens hundert Maschinen kaufen.

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin beim Rollout des neuen Bombers

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin beim Rollout des neuen Bombers

Foto: David Swanson / REUTERS

Der B-21 soll in der Air Force schrittweise die bisherigen B-1- und B-2-Bomber ablösen, die aus der Zeit des Kalten Krieges stammen. »Der B-21 wird das Rückgrat unserer künftigen Bomber-Luftwaffe sein«, erklärte Air-Force-Sprecherin Ann Stefanek. Das Flugzeug verfüge über die Fähigkeit, in die »umkämpftesten Risikogebiete« der Welt einzudringen und in jedem Ziel weltweit für Gefahr zu sorgen.

Auch US-Verteidigungsminister Lloyd Austin sprach in Superlativen: Das neue Flugzeug habe eine Reichweite, »mit der kein anderer Langstreckenbomber mithalten kann«. Es handele sich zudem um einen der langlebigsten Bomber, der jemals entwickelt worden sei. »Selbst die ausgefeiltesten Luftabwehrsysteme werden Schwierigkeiten haben, den B-21 am Himmel zu entdecken«, hob Austin hervor. Der Tarnkappenbomber sei zudem so konzipiert worden, dass auch »neue Waffen, die noch gar nicht erfunden wurden«, eingebaut werden könnten.

Verbesserte Kommunikation mit Kampfflugzeugen und Drohnen

Technisch dürfte dieser Jet der sogenannten sechsten Generation demnach der fortschrittlichste sein, der je gebaut worden ist . Seine Ausstattung soll den USA neue Möglichkeiten der Kriegsführung eröffnen, etwa weil er mit seinen Sensoren und Computern stets auf bisher kaum erreichte Weise mit anderen Kampfflugzeugen, Drohnen und Einsatzleitzentralen kommuniziert.

Computergrafik des neuen Fliegers, der feindliches Radar austricksen soll

Computergrafik des neuen Fliegers, der feindliches Radar austricksen soll

Foto: AP

Der B-21 soll im kommenden Jahr auf die Edwards Air Force Base in Kalifornien verlegt werden und dort die umfangreiche Flugerprobung durchlaufen, gemeinsam mit fünf weiteren Exemplaren, die im Augenblick in unterschiedlichen Fertigungsstadien im Bau sind. Später sollen sie auf der Ellsworth Air Force Base in South Dakota stationiert werden.

Der Name »Raider« ist eine Ehrung des sogenannten Doolittle Raid – das englische Wort »raid« bedeutet Angriff – im Zweiten Weltkrieg. Monate nach dem japanischen Überraschungsangriff auf den US-Stützpunkt Pearl Harbor im Dezember 1941 hatten US-Bomber unter Führung von Oberstleutnant James Doolittle in einem Gegenangriff Tokio attackiert. Es war der erste US-Angriff auf das japanische Festland und ein symbolisch wichtiger Erfolg für die US-Streitkräfte.

oka/afp
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.