Three Mile Island US-Katastrophenmeiler stellt Betrieb ein

Es war der Ort der schlimmsten Atomkatastrophe in der US-Geschichte: Nun wurde im AKW Three Mile Island der letzte Reaktor abgeschaltet.

Joe Hermitt/The Patriot-News /(P

Das Atomkraftwerk Three Mile Island im US-Bundesstaat Pennsylvania hat endgültig den Betrieb eingestellt. Der 1974 hochgefahrene Reaktor 1 wurde am Freitag heruntergefahren, wie der Betreiber Exelon mitteilte. Das Unternehmen hatte zuvor vergeblich versucht, vom Staat finanzielle Hilfe für den Weiterbetrieb zu erhalten.

In dem Kraftwerk ereignete sich vor 40 Jahren der schlimmste Reaktorunfall der USA. Im Reaktorblock 2 des Atomkraftwerks gab es am 28. März 1979 eine teilweise Kernschmelze. Auslöser waren eine ausgefallene Pumpe im Kühlkreislauf sowie ein geöffnetes Ventil. Pro Minute entwich dadurch unbemerkt rund eine Tonne Kühlwasser, das System überhitzte. Über den Abluftschacht drang radioaktiver Wasserdampf nach außen, die Brennstäbe begannen zu schmelzen.

Es gab keine Todesopfer, aber rund 140.000 Menschen mussten vorübergehend ihre Häuser verlassen. Wie hoch die Strahlenbelastung war, ist bis heute unklar. Studien weisen jedoch darauf hin, dass die Krebsrate in der Region bis heute erhöht ist.

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Three Mile Island: Ende eines Katastrophenreaktors

Es dauerte sechs Jahre, bis der nicht betroffene Reaktor 1 wieder ans Netz gehen konnte. Er hatte noch eine Betriebserlaubnis bis 2034, war für Exelon aber ein Verlustgeschäft. Wegen sinkender Ölpreise und des Fracking-Booms brachte die Anlage seit Jahren kein Geld mehr ein. Andere Atomkraftwerke in den USA stehen vor demselben Problem, was die gesamte Zukunftsfähigkeit der Branche in Frage stellt. Planungen für neue Atomkraftwerke wurden bereits abgebrochen.

Die Reaktoren liegen auf einer Insel im Fluss Susquehanna, zehn Kilometer südöstlich von Harrisburg. Der Rückbau und die Entsorgung radioaktiver Abfälle könnte sechs Jahrzehnte dauern und mehr als eine Milliarde Dollar kosten, schätzt Exelon. Der zerstörte Reaktor 2 ist versiegelt, seine Kühltürme stehen noch. Unter einem Mantel aus Beton befindet sich hochradioaktives Material.

ulz/AP/AFP



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