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10. Juni 2013, 23:59 Uhr

Wrack im Ärmelkanal

Briten bergen deutschen Weltkriegsbomber

Der "Fliegende Bleistift" ist erstaunlich gut erhalten: Ein britisches Museum hat erfolgreich das Wrack eines deutschen Weltkriegsbombers aus dem Ärmelkanal geborgen. Die Dornier Do-17 soll die einzige erhaltene Maschine dieses Typs sein.

Hamburg/London - Den Spitznamen "Fliegender Bleistift" erhielt sie wegen ihres schlanken Rumpfes: Die Dornier Do-17 wurde 1937 bei der Luftwaffe als schneller Bomber eingeführt. Jetzt ist die vermutlich letzte erhaltene Maschine dieses Typs aus dem Ärmelkanal geborgen worden, teilte das Museum der britischen Luftwaffe RAF am Montagabend mit.

Der deutsche Bomber wurde 1940 über dem Ärmelkanal abgeschossen. Das Wrack sei "sicher auf dem Schlepper und in einem Stück" erhalten, sagte ein Museumssprecher. Nach Angaben von Experten ist die Do-17 in einem verblüffend guten Zustand. Der Bomber soll am Dienstag in den Hafen geschleppt werden.

Das Museum versucht bereits seit einigen Wochen, die Maschine zu bergen, doch die Aktion wurde wegen starker Winde verschoben. Im Vorfeld hatte Museumsdirektor Peter Dye erklärt, dass die Bergung nicht ungefährlich werden würde.

Das Flugzeug war vor mehr als 70 Jahren vor der Küste von Kent von der britischen Armee abgeschossen worden und lag 15 Meter tief auf dem Grund des Ärmelkanals. Das Wrack war im Jahr 2008 entdeckt worden, die Bergung kostete nach Angaben des Senders BBC rund 345.000 britische Pfund (405.000 Euro). Es soll nun in eines der Museen der Royal Air Force gebracht werden.

bos/dpa/AP

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