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Sparwunder: Die Gewinner des X Prize für Ökoautos

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X-Prize für Ökomobile Das sparsamste Auto der Welt

Nur 2,3 Liter Treibstoff auf 100 Kilometern: Der Wettbewerb um die sparsamsten Autos der Welt ist entschieden. Drei Konstruktionen teilen sich das X-Prize-Preisgeld von zehn Millionen Dollar. Ein Sieger verblüfft mit geradezu altmodischem Antrieb.

Wie normale Autos sehen sie nicht aus - aber das können sie auch nicht. Denn mit dem heute üblichen Pkw-Design hätte man beim Wettbewerb der X Prize Foundation für besonders sparsame Kraftfahrzeuge keine Chance gehabt. Möglichst leicht, möglichst klein, wenig Luftwiderstand - all das passt schlecht zu bulligen Geländewagen und röhrenden Pick-ups, die für manchen Fahrer immer noch das Traumauto schlechthin darstellen, vor allem in den USA.

Die Vorgaben des Progressive Insurance Automotive X Prize waren hart: Mit einer Gallone Treibstoff mussten die Autos mindestens hundert Meilen schaffen - dies entspricht 2,3 Litern auf hundert Kilometer. Zudem galt es, die Alltagstauglichkeit nachzuweisen, einen Testparcours zu bewältigen und Sicherheitstests der Karosserie zu überstehen.

111 Teams aus der ganzen Welt waren mit insgesamt 136 Konstruktionen angetreten. Immerhin ging es um zehn Millionen Dollar, ausgelobt in den drei Kategorien Viersitzer, Zweisitzer (Sitze nebeneinander) und Zweisitzer (Sitzanordnung beliebig).

Nur wenn ein Zweisitzer schneller fuhr als 128 km/h, in rund 18 Sekunden von 0 auf 100 beschleunigte und eine Reichweite von 100 Meilen (160 Kilometern) nachweisen konnte, wurde er zugelassen. Viersitzer mussten in etwa 15 Sekunden auf 100 km/h kommen, die doppelte Reichweite schaffen und sogar über Heizung, Klimaanlage und Radio verfügen. Auf dem Michigan International Speedway wurden die Autos schließlich getestet.

Schweizer Elektro-Tandem gewinnt 2,5 Millionen Doller

Auf den ersten Blick überrascht der Sieger in der Kategorie Viersitzer. Das "Very Light Car" des Teams Edision2 ist ein im Windkanal optimiertes Auto, dessen Form eher an einen Flugzeugrumpf erinnert. Und während alle Welt über Hybrid- und Elektroautos redet, entschied sich das Edision2-Team aus Lynchburg im US-Bundesstaat Virginia für einen herkömmlichen Verbrennungsmotor als Antrieb. Letztlich aus Gewichtsgründen. Gerade mal 377 Kilogramm wiegt das Gefährt aus Aluminium und Stahl, mit einer Gallone schafft es 102,5 Meilen.

In der sogenannten Side-by-Side-Klasse (Zwei Sitze nebeneinander) gewann "Wave II" das Preisgeld von 2,5 Millionen Dollar. Das Elektroauto ist wegen der Batterien zwar fast eine Tonne schwer, erreicht aber umgerechnet auf Benzin eine Reichweite von 187 Meilen pro Gallone (1,22 Liter/100 km).

In der Tandem-Klasse, die aerodynamisch begünstigt ist, holte das Schweizer Team X Tracer mit seinem Gefährt "E-Tracer" die 2,5 Millionen Dollar. Das Elektromotorrad erreichte einen Verbrauch von umgerechnet 205 Meilen pro Gallone - dies entspricht 1,15 Litern auf hundert Kilometer. Der "E-Tracer" bringt 650 Kilogramm auf die Waage und beschleunigt in 6,6 Sekunden von 0 auf 60 Meilen pro Stunde (96 km/h).

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Preiswürdig: Wettstreit um neue Technologien

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Die Idee zum X Prize hatte der New Yorker Peter Diamandis. Das Konzept, ein Problem definieren und Geld für die Lösung in den Ring werfen, ist nicht einmal neu. Das Urkonzept stammt von Raymond Orteig. Der Franzose mit Wohnsitz in den USA lobte 1919 für den ersten transatlantischen Flug nach Paris 25.000 Dollar aus. Acht Jahre später kassierte Charles Lindbergh die Prämie. Derzeit gibt es neben dem Auto-Wettbewerb auch Preise für Raumfahrt und Genetik. Mittlerweile lockt auch Google Erfinder mit Millionen. Den ersten X Prize für einen Flug in hundert Kilometer Höhe sicherte sich bereits 2004 Scaled Composites mit seinem flugzeugähnlichen "SpaceShipOne".

hda
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