Berechnung dauerte 108 Tage 12,8 Billionen neue Nachkommastellen von Pi

Schweizer Wissenschaftler haben einen Weltrekord aufgestellt: für die meisten Nachkommastellen der Kreiszahl Pi, die jemals berechnet wurden. Die Zahlenfolge ist aber nicht der eigentliche Sinn des Projekts.
62,8 Billionen Stellen der Kreiszahl Pi lassen sich mittlerweile berechnen.

62,8 Billionen Stellen der Kreiszahl Pi lassen sich mittlerweile berechnen.

Foto: Jeffrey Coolidge / Getty Images

7817924264 – diese Zahlenfolge markiert einen neuen Weltrekord. Die zehn Ziffern sind die letzten von 62,8 Billionen Nachkommastellen der Kreiszahl Pi, die Wissenschaftler an der Fachhochschule Graubünden in der Schweiz  berechnet haben.

Damit ist die Berechnung die genaueste, die jemals gelungen ist. Den bislang bestehenden Rekord übertrifft die neue Rechnung nach Angaben der Fachhochschule Graubünden um 12,8 Billionen Stellen.

Die irrationale Zahl Pi gibt das Verhältnis eines Kreisumfangs zum Durchmesser an. Auf die ersten zehn Nachkommastellen gerundet hat Pi einen Wert von 3.1415926536. Näherungswerte waren schon im antiken Griechenland und in Babylon bekannt.

Schneller als die Rekordhalter aus dem Jahr 2020

Zur Berechnung der 62,8 Billionen Stellen brauchten die Schweizer Forscher 108 Tage und neun Stunden – und betonen: Sie seien damit rund 3,5-mal schneller gewesen als die Beteiligten am letzten Weltrekord aus dem Jahr 2020.

Aber: Muss man wirklich so viele Nachkommastellen von Pi kennen?

Der Sinn des Projekts, heißt es von den Wissenschaftlern, liege nicht in der genauen Kenntnis der Ziffernfolge. Der eigentliche Zweck sei es gewesen, einen Weg zu finden, derartige Berechnungen überhaupt durchführen zu können. Die genaueste Berechnung der Kreiszahl Pi gelte als inoffizielle Richtgröße im Hochleistungsrechnen.

Genutzt wurde in Graubünden ein Hochleistungsrechner am Zentrum für Data Analytics, Visualization and Simulation. Vergleichbare Hardware wird beispielsweise auch bei der RNA-Analyse eingesetzt, bei Strömungssimulationen oder Textanalysen.

In der Forschung wird Rechenleistung immer wichtiger

Für die Berechnung von Pi sei aber nicht nur die passende Hardware nötig, sondern auch die Expertise, diese Hardware richtig einzurichten, auf die eingesetzte Software abzustimmen und über Wochen störungsfrei zu betreiben.

Thomas Keller, Projektleiter an der FH Graubünden, mit der Durchführung der Berechnungen betraut, sagte: »Die Berechnung hat uns gezeigt, dass wir für den daten- und rechenleistungsintensiven Einsatz in der Forschung und Entwicklung vorbereitet sind. Durch die Berechnung sind wir aber auch auf Schwachstellen in der Infrastruktur aufmerksam geworden, wie beispielsweise noch ungenügende Back-up-Kapazitäten.«

Das Forschungsteam hat die neue Zahl im Guinnessbuch der Weltrekorde registrieren lassen. Die Zahl selbst soll danach öffentlich zugänglich gemacht werden.

vki/dpa
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