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Teufelsschaum für US-Militärs

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aus DER SPIEGEL 7/1985

Aus Silicium (60 Prozent), Fluorkohlenstoff (etwa 40 Prozent) und Beimengungen von Kohlendioxid haben Wissenschaftler der Sandia National Laboratories einen überaus tückischen Kunstschaum gebraut: Die Schaumwolken haften zäh auf nahezu allen Oberflächen - gleichgültig ob feucht oder trocken -, widerstehen Feuer sowie allen herkömmlichen Lösungsmitteln wie Alkohol, Aceton, Benzin oder Toluol. Entwickelt wurde der Teufelsschaum in den vornehmlich mit Militärforschung befaßten Labors im US-Staat New Mexico, um »Luft- und Bodenoperationen des Feindes zu behindern«. Für diese Aufgabe, so die Sandia-Forscher, sei ihr Kunstschaum maßgeschneidert. Das unter Druck flüssige Gebräu könnte etwa in Druckbehältern über Flugbasen abgeworfen werden: Wo immer die Flüssigkeit verspritzt wird, ob auf Rollbahnen oder Flugzeuge, bildet sich bei normalem Luftdruck und bei Temperaturen von -50 Grad bis 100 Grad Celsius eine zähe, kaum mehr abzutragende Schaummasse. Sollte das auf etwa 20faches Flüssigkeitsvolumen aufschäumende Gebräu als Blockademittel nicht ausreichen, empfehlen die Sandia-Techniker, zusätzlich »Sprengkapseln oder Metallsplitter« beizumengen.

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