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RAUMFAHRT Teurer Irrweg

aus DER SPIEGEL 7/1999

War die bisherige Entwicklung von Weltraumantrieben in den USA ein Irrweg? Diese Auffassung vertritt Robert Truax, einer der Pioniere der amerikanischen Raketenentwicklung, in der Zeitschrift »Aerospace America«. Truax setzt für die Zukunft der erdnahen bemannten und unbemannten Raumfahrt auf eine Rückkehr zu den riesigen, einfach gebauten Raketen der Wernher-von-Braun-Ära. Bei den vom Staat finanzierten Triebwerksentwicklungen des Militärs und der Nasa, die zur US-Raumfähre geführt haben, sei das Hauptaugenmerk auf größtmögliche Leistung bei möglichst geringem Gewicht gelegt worden, ohne dabei an Kosten zu denken. So entstanden »wunderbar komplizierte Maschinen« (Truax), die jedoch »den Zugang zum Weltraum verteuert« hätten. Als Beispiel nennt Truax die 700 Tonnen Schub erzeugenden F-1-Triebwerke der »Saturn«-Mondrakete: Verglichen mit den hochkomplexen Shuttle-Triebwerken würden solche größeren und damit schwereren Raketen zwar mehr Treibstoff je Kilo Nutzlast verbrauchen. Aber diese höheren Treibstoffkosten würden durch die weit niedrigeren Entwicklungs- und Herstellungskosten der Fünfziger-Jahre-Technik mehr als wettgemacht. Kritiker Truax: »Die Technologie, ein Pfund Nutzlast zum Preis von 30 Dollar ins All zu bringen, gibt es seit 40 Jahren. In unserer Manie für High-Tech haben wir sie einfach nicht mehr wahrgenommen.«

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