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Atomforschung Traum von den Superschweren

aus DER SPIEGEL 42/1993

Einem Team russischer und amerikanischer Physiker ist es gelungen, zwei neue Formen ("Isotope") des in der Natur nicht vorkommenden Elements 106 zu erzeugen. Zur Überraschung der Forscher erwiesen sich die Isotope 159 und 160 weit stabiler als angenommen. Ein bereits 1974 erzeugtes Isotop des Elements bestehend aus 106 Protonen und 157 Neutronen zerfiel in weniger als einer Sekunde. Die beiden jetzt von dem Physiker Jurij A. Lazarew am Forschungszentrum Dubna erzeugten und von einem amerikanischen Detektorgerät nachgewiesenen Isotope zerfielen erst nach rund einer Minute. Dies stärkt die Hoffnung der Atomphysiker, daß es doch gelingen könnte, künstliche Elemente von bizarren physikalischen und chemischen Eigenschaften zu erzeugen, die keinem schnellen radioaktiven Zerfall unterliegen. Eine solche »Insel der Stabilität« wird etwa bei Elementen mit der Ordnungszahl 114 vermutet. Das bislang schwerste künstliche Element erzeugten deutsche Physiker bei der Gesellschaft für Schwerionenforschung in Darmstadt: Ihnen gelang es 1984, ganze drei Atome des Elements 109 ("Meitnerium") in die Welt zu setzen - sie zerfielen nach nur 3,4 tausendstel Sekunden.

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