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Artensterben Überleben im Tiefkühlfach

aus DER SPIEGEL 8/1994

Mit einem Rezept, das aus dem Film »Jurassic Park« zu stammen scheint, will die japanische Regierung der Nachwelt eine vom Aussterben bedrohte japanische Ibis-Art erhalten. Nur noch zwei der in Nippon heimischen Vögel leben in einem Naturschutzgebiet auf der Insel Sado an der Westseite der japanischen Hauptinsel Honshu. Alle Bemühungen, das Pärchen zur Aufzucht einer Brut anzuregen, schlugen fehl, auch Versuche der künstlichen Befruchtung versagten; mittlerweile sind die beiden Ibisse zu alt, um noch lebensfähige Samen oder Eier hervorzubringen. Da es derzeit noch keine Methode gibt, Vögel allein aus dem Material des Erbguts heranzuzüchten, wollen die Wissenschaftler nach dem Tod der beiden Ibisse Gewebe aus all ihren Körperteilen entnehmen und in flüssigem Stickstoff bei einer Temperatur von minus 196 Grad Celsius aufbewahren. Eines Tages, so hoffen die Japaner, werde es möglich sein, die DNS der tiefgefrorenen Zellen in die entkernte Eizelle eines anderen Vogels einzubringen.

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