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Überleben ohne Wasser

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aus DER SPIEGEL 39/1984

Eine Zuckerart, die von zahlreichen Pflanzen und Tieren gespeichert wird, könnte zu neuen Konservierungsverfahren für Lebensmittel oder auch für Organtransplantate verhelfen. Menschliche Gewebszellen beispielsweise überstehen eine völlige Austrocknung nicht. Mit Hilfe des Zuckers »Trehalose« hingegen, so fand John H. Crowe von der University of California in Davis, können Organismen gänzlich ohne Wasser überleben: Die Zuckerart erhält die Funktion der ausgetrockneten Zellmembranen aufrecht. Bei Untersuchungen an ungegliederten Rundwürmern stellte der Wissenschaftler fest, daß die Tiere die völlige Dehydrierung überlebten, wenn ihnen das Wasser langsam entzogen wurde. Während dieser Zeit produzierten die Würmer große Mengen von Trehalose, die offenbar durch eine Wechselwirkung mit den fettähnlichen Phospholipiden den Zelltod verhinderte. Hohe Konzentrationen der Zuckerart, wie sie auch in Bakterien, Pilzen oder in einigen höheren Pflanzen vorkommen, könnten deshalb, meint Crowe, »ein universaler Schutz vor Austrocknung sein«.

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