Düstere Unesco-Prognose Gletscher in einem Drittel der Weltnaturerbestätten sind nicht mehr zu retten

Die Unesco warnt kurz vor Beginn der Uno-Klimakonferenz vor einem großen Gletscherschmelzen bis 2050. Ihrem Bericht zufolge auch betroffen: die Dolomiten, die Pyrenäen und der Yellowstone-Nationalpark.
Marmolata-Gletscher in den Dolomiten

Marmolata-Gletscher in den Dolomiten

Foto: imagebroker / IMAGO

Bis 2050 werden die Gletscher in einem Drittel der Unesco-Weltkulturerbestätten voraussichtlich geschmolzen sein, heißt es in einem Bericht der Weltkulturorganisation Unesco. Das ewige Eis werde dort »verschwinden, unabhängig von den Anstrengungen, den Temperaturanstieg zu begrenzen«, heißt es in dem Bericht .

Es sei aber noch möglich, die Gletscher in den restlichen zwei Dritteln der Welterbestätten zu bewahren, wenn die globale Klimaerwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit beschränkt werde. »Die wichtigste Schutzmaßnahme, um dem erheblichen Gletscherschwund weltweit entgegenzuwirken, ist die drastische Reduzierung der Treibhausgasemissionen«, heißt es in dem Bericht. Die Welterbestätten selbst müssten jedoch trotzdem angepasst werden, um auf die unvermeidlichen Gletscherveränderungen in naher Zukunft zu reagieren, heißt es weiter.

»Argument für die Mobilisierung wichtiger Interessengruppen«

Die Stätten an sich könnten für Klimaschutzmaßnahmen werben: »Der hohe Bekanntheitsgrad, die globale Reichweite und die inspirierende Kraft dieser Stätten sind ein starkes Argument für die Mobilisierung wichtiger Interessengruppen«, etwa Regierungen und die Zivilgesellschaft. Auch die Neuaufnahme von Stätten könnte dazu beitragen, das Bewusstsein dafür zu schärfen, welche Rolle Gletscher als Welterbe für die Nachhaltigkeit spielen können. Kandidat könnte demnach etwa der Nationalparks Torres del Paine in Chile sein.

Für die Studie untersuchte die Unesco in Zusammenarbeit mit dem internationalen Umweltschutz-Dachverband International Union for Conservation of Nature (IUCN) 18.600 Gletscher in 50 Welterbestätten. Höchstwahrscheinlich zum Schmelzen verdammt sind demnach unter anderem die Gletscher im Yellowstone-Nationalpark in den USA und auf dem höchsten Berg Afrikas, dem Kilimandscharo. In Europa werden demnach wahrscheinlich einige Gletscher in den Pyrenäen und den Dolomiten in den kommenden drei Jahrzehnten verschwinden.

Der Bericht sei »eine Aufforderung zum Handeln«, erklärte Unesco-Generaldirektorin Audrey Azoulay vor dem Beginn der 27. Uno-Klimakonferenz COP27, die am kommenden Montag im ägyptischen Scharm el-Scheich startet. Nur eine »rasche Senkung der CO2-Emissionen« könne Gletscher und die »außergewöhnliche Biodiversität« bewahren, die auf ihnen beruhe. Die COP27 spiele eine »zentrale Rolle« bei der Suche nach Lösungen für das Problem.

Wie die Unesco erklärte, würden die untersuchten Gletscher derzeit 58 Milliarden Tonnen Eis jährlich verlieren, was dem gemeinsamen jährlichen Wasserverbrauch Frankreichs und Spanien entspreche. Außerdem sei das geschmolzene Eis für beinahe fünf Prozent des beobachten Anstiegs des Meeresspiegels verantwortlich.

ani/AFP
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