Uno-Generalsekretär Guterres »Während das Klimachaos voranschreitet, ist der Klimaschutz ins Stocken geraten«

Die kollektiven Verpflichtungen der G20 seien zu klein und sie kämen zu spät, mahnt António Guterres. Er fordert mehr Kompromissbereitschaft – der Kampf gegen den Klimawandel sei nunmehr ein »moralischer Imperativ«.
Uno-Generalsekretär António Guterres: »Die kollektiven Verpflichtungen der G20-Regierungen sind viel zu klein und kommen viel zu spät«

Uno-Generalsekretär António Guterres: »Die kollektiven Verpflichtungen der G20-Regierungen sind viel zu klein und kommen viel zu spät«

Foto: Xie E / Xinhua / IMAGO

Politisch stagniere der Kampf gegen die sich verschärfende Klimakrise, beklagt Uno-Generalsekretär António Guterres. »Während das Klimachaos voranschreitet, ist der Klimaschutz ins Stocken geraten«, sagte Guterres am Montag in New York – und griff vor allem die führenden Industrienationen scharf an. »Um es klar zu sagen: Die kollektiven Verpflichtungen der G20-Regierungen sind viel zu klein und kommen viel zu spät.« Es brauche bei der anstehenden Weltklimakonferenz in Ägypten deutlich mehr internationale Kompromissbereitschaft.

In Ägypten beraten auf der Uno-Konferenz, genannt COP27, knapp 200 Staaten zwei Wochen lang darüber, wie der Kampf gegen die Erderhitzung verstärkt werden kann. Die Zeit drängt, denn die vergangenen sieben Jahre waren die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Der Sommer in Europa war geprägt von Dürren, die im Zuge der Klimakrise häufiger werden.

In seinem dramatischen Appell vor der Klimakonferenz COP27 hat Guterres die Anstrengungen gegen die Erderwärmung als einen »Kampf um Leben und Tod für unsere Sicherheit heute und unser Überleben morgen« bezeichnet. Die Menschheit habe in diesem Sommer weltweit »immense« Klimaauswirkungen erlebt, sagte Guterres. Der Kampf gegen den Klimawandel sei nunmehr ein »moralischer Imperativ«, sagte Guterres vor Journalisten im Uno-Hauptquartier in New York. »Ein Drittel Pakistans überflutet. Europas heißester Sommer in 500 Jahren. Die Philippinen betroffen. Ganz Kuba ohne Strom. Und hier in den Vereinigten Staaten hat Hurrikan ›Ian‹ auf brutale Weise daran erinnert, dass kein Land und keine Wirtschaft vor der Klimakrise gefeit ist«, sagte er.

Guterres verwies auf die aktuelle Not von Menschen und Nationen. »Wenn wir nicht auf Verluste und Schäden reagieren, werden wir noch mehr Vertrauen verlieren und das Klima weiter schädigen«, mahnte er. Daher müsse die Klimakonferenz COP27 im November in Ägypten »der Ort« sein, an dem über die »Verluste und Schäden« gesprochen werde, forderte der UN-Generalsekretär.

An den bis Mittwoch dauernden informellen Gesprächen in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa nehmen Delegierte aus mehr als 50 Ländern teil, darunter der US-Klimabeauftragte John Kerry. Offizielle Erklärungen werden nicht erwartet. Das Treffen gehört zu einer Reihe von regionalen Treffen, mit denen die nächste Weltklimakonferenz COP27 vorbereitet werden soll, die vom 6. bis 18. November im ägyptischen Scharm el-Scheich stattfindet. Dann wird es vor allem um eine größere Unterstützung der wohlhabenden und für einen Großteil der klimaschädlichen CO₂-Emissionen verantwortlichen Länder für ärmere Staaten gehen.

ani/AFP/dpa
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