Boris Johnsons schräger Vergleich zur Klimakrise »Die Menschheit liegt zur Halbzeit etwa 5:1 hinten«

Kann man ein Fußballspiel und Klimaschutz miteinander vergleichen? Der britische Premier Johnson findet: passt. Vor der Uno-Klimakonferenz fordert er mehr Tempo.
Premier Boris Johnson in Rom: Mit Fußball-Vergleich gegen die Klimakrise

Premier Boris Johnson in Rom: Mit Fußball-Vergleich gegen die Klimakrise

Foto: Jeff J Mitchell / dpa

Kurz vor Beginn der Uno-Klimakonferenz COP26 im schottischen Glasgow hat der britische Premierminister Boris Johnson eine Aufholjagd beim Klimaschutz gefordert – und zwar mit einem Fußballvergleich: »Die Menschheit als Ganzes liegt zur Halbzeit etwa 5:1 hinten«, sagte Johnson am Samstag auf dem Flug zum G20-Gipfel in Rom, wie der »Guardian«  und andere britische Medien berichteten.

Dennoch gab sich der Premier optimistisch: »Wir haben einen langen Weg vor uns, aber wir können es schaffen. Wir haben die Möglichkeit, zurückzukommen, aber es wird eine große Anstrengung erfordern.« Und weiter: »Team World hat es mit einem sehr starken Gegner zu tun.«

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Anfang November trifft sich die Staatengemeinschaft im schottischen Glasgow zur 26. Uno-Klimakonferenz, der COP26. Auf dem zweiwöchigen Treffen geht es darum, die Ziele der Länder zu erhöhen und gemeinsame Regeln für den Kampf gegen die Klimakrise zu definieren. Lesen Sie hier alle Artikel zum Gipfel.

Die Klimakonferenz, die an diesem Sonntag beginnt, sei die letzte Möglichkeit, einen Anstieg der Erderwärmung um mehr als 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu verhindern, sagte Johnson den Medienberichten zufolge. Das werde aber schwierig. »Wir werden die globale Erwärmung weder bei diesem Treffen in Rom noch bei COP stoppen. Wir können höchstens hoffen, den Anstieg zu verlangsamen, das Ende des Problems zu beginnen.« Er erwarte »äußerst schwierige« Verhandlungen zwischen den Ländern des Globalen Südens und reicheren Staaten geben.

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Ein Freund schräger Vergleiche

Dass Johnson schräge Metaphern und Vergleiche nutzt, um seine Botschaft zu unterstreichen, hat Tradition. Erst im September hatte er in einer Rede vor der Uno-Vollversammlung Kermit den Frosch zitiert. In der Rede betonte er, dass Klimaschutzmaßnahmen nicht nur dem Planeten helfen, sondern auch den Volkswirtschaften nutzen würden: »Als Kermit der Frosch ›Es ist nicht leicht, grün zu sein‹ sang... Erinnern Sie sich dran? Ich möchte, dass Sie wissen, dass er falsch lag. Er lag falsch. Es ist nicht nur einfach, es ist lukrativ und es ist richtig, grün zu sein!«, sagte Johnson über die bekannte Froschfigur aus der »Muppet Show«. Er fügte hinzu: »Mal ganz davon abgesehen, dass er auch zu Miss Piggy unnötig grob war, wie ich finde.«

Schon während der Brexit-Verhandlungen hatte Johnson immer wieder Vergleiche bemüht. In einem Interview mit der »Mail on Sunday« etwa verglich er Großbritannien mit der muskelbepackten Comicfigur Hulk: »Je wütender Hulk wird, desto stärker wird Hulk«, sagte Johnson dabei. Und: »Hulk ist immer entkommen, egal wie eng gefesselt er war. Und das Gleiche gilt für dieses Land. Wir werden am 31. Oktober ausscheiden.«

Auch vor historischen Vergleichen schreckt Johnson nicht zurück – so auch auf dem Flug zum G20-Gipfel am Samstag. Wenn etwas schiefgehe, könne es mit außergewöhnlicher Geschwindigkeit schiefgehen, sagte er. »Das hat man beim Fall des Römischen Reichs gesehen, und ich fürchte, dass wir auch einen Absturz unserer Zivilisation, unserer Welt, sehen könnten, falls wir es nicht schaffen, den Klimawandel zu bekämpfen.«

sos/dpa-AFX
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