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ARCHÄOLOGIE Ur-Kiffer in China

aus DER SPIEGEL 52/2008

Forscher entdeckten jetzt in einem der Yanghai-Gräber am Ostrand des Tianshan-Gebirges das älteste Marihuana der Welt. Schon vor 2700 Jahren genossen demnach Menschen die berauschende Wirkung von Cannabis. Die Wissenschaftler vermuten, dass der Bestattete ein Schamane der Gushi-Kultur war. In seiner Grabkammer nahe Turpan in China wurde neben den üblichen Grabbeigaben wie Waffen, Töpfen und Zaumzeug für das Leben nach dem Tod auch knapp ein Kilogramm Cannabis in einem hölzernen Gefäß gefunden - und zwar ausschließlich weibliche, hoch psychoaktive Blüten. Diese Auswahl deute darauf hin, dass die Pflanzen tatsächlich wegen ihrer benebelnden Wirkung und nicht zur Hanfgewinnung für Kleidung oder Seile genutzt wurden, so die Forscher. Noch sind die Wissenschaftler jedoch unsicher, ob die Drogen damals für spirituelle oder für medizinische Zwecke angebaut wurden.

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