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Ursachen der Säuglingssterblichkeit

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aus DER SPIEGEL 39/1984

Mit einer großangelegten Fragebogenaktion werden zur Zeit die Ursachen der in Nordrhein-Westfalen besonders hohen Säuglingssterblichkeit erforscht: Mit einer Sterblichkeitsrate von 1,1 Prozent im ersten Lebensjahr liegt Nordrhein-Westfalen an der Spitze aller Bundesländer. Die ersten Auswertungsergebnisse der im Oktober 1983 begonnenen Erhebung unter Geburtshelfern, durchgeführt von der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, zeigten, daß immerhin 63,1 Prozent der Mütter die vorgesehenen zehn Vorsorgeuntersuchungen wahrnahmen. Fast die Hälfte der bislang erfaßten 8 714 Mütter war während der Schwangerschaft berufstätig; 12,1 Prozent der Schwangeren waren Ausländerinnen. Jede Achte der Befragten war nicht immun gegen Röteln und auch nicht gegen die fruchtschädigende Infektion geimpft. Künstlich eingeleitet wurden 14,6 Prozent aller Geburten; 50,6 Prozent der Mütter erhielten im Verlauf der Geburt Mittel zur Verstärkung der Wehen. Ohne medikamentöse Schmerzmittel brachte nur knapp jede Zehnte ihr Kind zur Welt. 10,4 Prozent der Neugeborenen kamen zunächst auf eine Intensivstation. Diese Ergebnisse ließen zwar noch keine eindeutigen Rückschlüsse zu, teilte die Ärztekammer mit. Sie gäben aber »Anlaß, Auffälligkeiten schon jetzt nachzugehen«.

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