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ARCHÄOLOGIE Verräterische Fettspuren

aus DER SPIEGEL 41/2003

Forscher von der Universität in Bristol haben eine Untersuchungsmethode entwickelt, mit der sich das Alter von antiken Tongefäßen erstmals direkt bestimmen lässt. »Späte Keramik, beispielsweise solche aus der Römerzeit, lässt sich auf Grund ihres Aussehens relativ leicht einordnen«, erklärt der Chemiker Richard Evershed. »Bei Tonrelikten aus früheren Zeiten ist das oft viel schwieriger, weil Form und Verarbeitung keine so eindeutigen Schlüsse zulassen.« Beim neuartigen Verfahren kam den Wissenschaftlern die Erkenntnis zugute, dass viele der einstigen Gefäße zur Aufbewahrung von Lebensmitteln verwendet wurden, aus denen im Lauf der Zeit tierische Fette in die Gefäßwände sickerten. Zur Altersbestimmung werden diese Lipidreste isoliert und anschließend so aufbereitet, dass ihre zeitliche Herkunft mit Hilfe der gängigen Radiokarbonmethode exakt festgestellt werden kann. Einen ersten Vergleichstest mit 15 Tongefäßen, deren Alter genau bekannt war, hat die Methode der Briten bereits bravourös bestanden.

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