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VIP leitet Genom-Projekt

aus DER SPIEGEL 40/1988

Der amerikanische Biologe und Nobelpreisträger James Watson, der 1953 zusammen mit Francis H. C. Crick die Doppelhelix-Struktur der Desoxyribonukleinsäure entdeckt hat, wurde jetzt mit einer hochrangigen Aufgabe betraut: Watson soll das ehrgeizige »Genom-Projekt« leiten und koordinieren, in dessen Verlauf sämtliche schätzungsweise 100 000 Gene des Menschen entziffert und lokalisiert werden sollen. Bisher sind von den Genen, die auf 46 Chromosomen in jeder menschlichen Zelle verteilt sind, nur etwa 600 analysiert ("sequenziert") und nur etwa 1400 lokalisiert worden. Das Genom-Projekt, das von den National Institutes of Health ausgeführt und künftig von Watson gesteuert werden soll, wird - bei einem jährlichen Etat von 200 Millionen Dollar - auf mindestens 15 Jahre veranschlagt. Etliche Wissenschaftler kritisieren das Vorhaben, weil es zu viele Forschungsmittel binde. Die Befürworter erhoffen Fortschritte bei der Entwicklung von Tests und Therapieverfahren gegen die rund 3500 erblich bedingten Krankheiten beim Menschen (wie etwa Zystische Fibrose oder Sichelzellenanämie) sowie gegen eine Reihe von Erkrankungen wie beispielsweise Krebs und Herzerkrankungen, bei denen von einer Beteiligung erblicher Faktoren ausgegangen wird.

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